Bei Nieselregen aufgewacht, aber schon bald wieder unter Sonnenstrahlen, fahren wir gut knapp 2 Stunden auf Autobahnen bis hin zu kleinsten Strässlein ohne Markierung südwärts.

Kilkenny ist belebt, trotz „Bank Holiday“ sind viele Restaurants und Geschäfte offen. Wir finden relativ leicht einen Parkplatz im Zentrum und laufen zum Schloss. Unterwegs packt uns der Hunger und wir sitzen in eine winzige Bar und bestellen was kleines. Dies entpuppt sich als mega leckere grosse Mahlzeit und der doppelte Espresso ist auch gut!


Ins Schloss gelangen wir nach kurzem Anstehen gratis, dank der National Trust of England-Karte. Diese Mitgliedschaft wird sich hoffentlich noch oft lohnen, da sie auch für den OPW (= Heritage Ireland) gelten sollte.

Kilkenny Castle wurde anfangs des 13. Jahrhunderts con William Marshal, 4. Earl of Penbroke, als anglo-normannische Steinburg erbaut. Von 1391 bis 1967 war das Schloss beinahe 600 Jahre lang im Besitz der mächtigen Familie Butler.
Die Tour durchs immer wieder um – und angebaute Castle ist gut organisiert und gefällt uns, ist aber nicht das alles überragende Erlebnis in Sachen Schloss-Besichtigungen.





Die spanische Treppe ist schon etwas Besonderes.




Die goldene Stoff -Tapete in diesem Zimmer konnte wieder hergestellt werden, weil die Restauratoren hinter einer Sockelleiste einen kleinen Rest des Seidenstoffes fanden und mithilfe einer alten Quittung die Herstellerfirma in Lyon ausfindig machen konnten. Diese konnte dann Stoff, Muster und Farbe der seidenen Tapete originalgetreu reproduzieren.

Ich stelle mir vor, wie so ein Archäologe doppelt und dreifache Purzelbäume schlägt, wenn so unwahrscheinliche Details plötzlich alle zusammenpassen…😉

Die Deckenkonstruktion im riesigen Saal gefällt uns auch besonders gut.








Das Schloss wurde nicht hauptsächlich mit Kaminfeuer geheizt (im ersten Bild ein imposantes Objekt aus Marmor), sondern hier gab es eine Zentralheizung mit Radiatoren in allen Zimmern…



Zum Schloss gehört ein Rosengarten mit Springbrunnen dazu und eine riesengrosse Wiese, hier die Ansicht bis zum Hügel und dann noch 180 Grad umgedreht, wie es nach dem Hügel weitergeht. Der Park wird rege genutzt zum spazieren, picknicken, Ball spielen… cool, dass er frei zugänglich ist!




Viele schöne alte Bäume umrahmen die Rasenfläche, besonders zu erwähnen ist hier der seltenen Vogelhäuschenbaum, der ganz allein auf einer kleinen Lichtung steht.


Von Kilkenny aus fahren wir noch etwa eine Stunde zum Bannowbay Seaside Farm Camping in der Nähe von Kilmore Quay, unserer Unterkunft für die drei nächsten Tage.

Die grosse Campingwiese ist nur etwa zu einem Viertel besetzt und so bekommen wir einen Platz in der ersten Reihe mit Meersicht.






Sonne und Wolken wechseln sich ab. Es weht eine richtig steife Brise und wird uns draussen bald zu kalt. Es gibt mein Lieblingsznacht für den kleinen Hunger: Tortillachips, Avocado und Käse, bevor wir schon bald ins Bett klettern.
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