Pompeji und Amalfiküste

Von Terracina aus fahren wir der Küste nach bis Gaeta für eine kleine Pause am Meer…

… dann weiter bis nach Neapel auf die Halbinsel von Sorrent. Hier hat es stockenden Kolonnenverkehr in den engen, kurvigen Strassen und weit und breit keine Zeltplätze, nur Luxushotels. Wir machen eine kurze Pause und essen Panini und unglaublich feine, sehr süsse, mit Vanillecrème gefüllte, knusprige neapolitanische Minicroissants. Das schlägt Crèmeschnitten um Meilen😋😋😋

Dann drehen wir um und finden in Pompeji, 50 m vom Eingang zur Ausgrabungsstätte, einen kleinen Stellplatz im Camping Spartacus.

Für den nächsten Morgen buchen wir eine geführte Tour auf deutsch und verbringen den Rest des Tages mit faulenzen, bloggen, mit netten Nachbarn plaudern, lesen und zum Znacht gibt’s Salat und Cervelats vom Grill.

Die Nacht war mässig ruhig (U-Bahn in der Nähe) aber für 29 Euro kann man sich nicht beklagen. Schon der Parkplatz während des Besuchs der Ausgrabungsstätte hätte wohl ähnlich viel gekostet. Mitten in der Stadt waren wir doch im Grünen und konnten zu Fuss an unsere Tour!

Die deutsche Führung hat sich voll gelohnt. Wir hätten uns bestimmt verlaufen (das Gelände ist riesig) und wir haben viel Wissenswertes und Interessantes erfahren.

Säulen waren immer unten rot und oben weiss angestrichen (um wie Marmor auszusehen😉)

Ausser im Tempel, da ist es wirklich echter Marmor!

Apollo-Tempel

Alle Häuser waren gleich aufgebaut: Eingang mit Altar und Wasserbecken (Winterquartier), dann ein „Büro“ und dann der Garten (Sommerquartier). Je nach Wohlstand der Besitzer waren die Häuser einfach grösser oder kleiner, aber in Pompeji lebten eigentlich nur reiche Händler, da gab es keine Armutsquartiere.

Mc Donalds in Pompeji: Hier wurde zur Mittagszeit Essen aus grossen Töpfen an die Passanten verkauft. Am späteren Nachmittag gab es dann die stundenlangen Gelage in den Wohnhäusern…

Sämtliche oberen Stockwerke sind nachgebaut. Den Vulkanausbruch, der den halben Vesuv wegsprengte (1500 Höhenmeter weg!!!), haben keinerlei Dächer und Zwischenböden überlebt.

In der Stadt lebten etwa 20’000 Leute. Man nimmt an, dass sich im Jahr 79 n.Chr. vielleicht weniger Einwohner dort befanden, denn in den Jahren vor dem Vulkanausbruch gab es plötzlich sehr viele Erdbeben. Der Vesuv war nicht als Vulkan bekannt, das war damals ein normaler Berg mit Feldern und Rebbergen bis hoch hinauf. Die ständigen Beben erschreckten die reichen Händler und viele verkauften ihre Häuser und zogen weg.

Bis jetzt wurden etwa 2’000 tote Menschen gefunden, aber eigentlich nicht ihre Leichname, sondern die Hohlräume, die die toten Körper in der Lava hinterliessen und die dann mit Gips ausgegossen wurden.

Die Menschen von Pompeji hatten keine Chance gegen die Wucht der Explosion des Vesuvs.

Schöne Mosaike und Fresken überall, aber noch lange nicht überall so eindrucksvoll restauriert. Es sind auch erst zwei Drittel der Stadt ausgegraben – schliesslich war das alles mal unter 25 m Asche und Lava verborgen!

Weitere Ausgrabungen sind zurzeit gar nicht geplant, denn die Erhaltung der antiken Gebäude ist viel schwieriger an der frischen Luft (inklusive Luftverschmutzung und Besucherströme) als im Boden!

Penis-Symbole: im vor-christlichen Rom ein Zeichen für Wohlstand – die wurden später fast alle weggemacht🤣

Vor dem Vulkanausbruch war der Hafen etwa 1 km von der Stadt entfernt, danach 4 km!

Es gab 3 wichtige Hauptstrassen, die gleichzeitig auch als Kanalisation dienten. Die Karren waren so hoch, dass die Räder bei den hohen Steinen in der Mitte der Wege durchkamen (die Pferde auch) und die Menschen über die Steinblöcke „trockenen Fusses“ von einem Trottoir zum anderen die Strasse überqueren konnten.

Sauberes Wasser wurde von den Aquädukten mit Bleirohren in die Stadt gebracht. Die waren mit der Zeit innen völlig verkalkt, was teilweise vor Bleivergiftung schützte. Die Menschen wurden allerdings eh nur etwa 40 Jahre alt und tranken viel mehr Wein als Wasser…

Der Vesuv war früher viel höher!!!

Nach dem Besuch der Ausgrabungsstätte gab es ein Fahrtraining der Sonderklasse für mich: über die Berge der Halbinsel von Sorrent zur amalfischen Küste!

Zwei Stunden kurvig „wie nur öbbis“ (keine 3 Sekunden das Lenkrad nicht bewegen!!!) und sehr eng! 700 m hinauf und wieder runter – einige Schrecksekunden waren dabei, aber es hat Spass gemacht 😄😅😎 und der Bus hat keinen einzigen Kratzer abgekriegt 👍

Die Spiegel in den krassesten Kurven sind sehr hilfreich!!!

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4 Antworten auf „Pompeji und Amalfiküste

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  1. Höchst spannend, weckt viele Erinnerungen. War mit Madeleine und ihren Eltern hier. Und natürlich wichtiges Thema vor 70 Jahren im Latein …
    Gratuliere zu den tollen Fotos!!!

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  2. Tolle Reise und danke für den tollen Bericht und die Fotos aus Pompeji. Muss eindrücklich sein. Ich war noch nie da, aber Paestum ist mir ein Begriff weil wir vor irgenwann in den 80ern da waren um entfernte Verwandte in Albanella zu besuchen…
    Gute Reise und herzliche Grüsse

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