Suchen & Finden… und erste Erfahrungen

Jetzt geht es vielleicht ganz schnell?

Im Kapitel „Wie alles begann“ erzählen wir von der intensiven Auseinandersetzung mit den Details zum Reisebus – den wir ja eigentlich erst nächstes Jahr kaufen wollten! Oder doch nicht? Denn heute fahren wir nach Bern und schauen uns dort einen VW Kepler One an, top ausgestattet und fast neu (nur 10’000 km)… und falls er uns gefällt, werden wir ihn kaufen, denn der Preis stimmt und es gibt noch nicht viele von den Kepler-Busen auf dem Occasionenmarkt. Wir sind beide ganz zappelig… update folgt!

Einen Tag später: Juhui 🙂 🙂 🙂

Der Kepler One, den wir uns gestern angeschaut haben – das ist er! Fast neu, toll ausgebaut und der Preis stimmt auch… Wir haben heute zugesagt und hoffen, ihn am nächsten Freitag abholen zu können 🙂 🙂 🙂 Wer hätte gedacht, dass jetzt plötzlich alles so schnell geht? Bin völlig happy und Andy ist es auch ❤

Hier ein Link zum Prospekt, denn wir haben ja noch keine richtigen Fotos machen können… https://www.westfalia-mobil.com/0downloaddocs/2018/JVK/2019_JVK_K_DE_Homepage.pdf und den Ausbauplan, der uns schlussendlich wirklich überzeugt hat:

15.11.2019 – gekauft!

Heute haben wir ihn tatsächlich geholt. Wow! Was für ein tolles Gefühl!!!
Wir sind beide völlig hin und weg… das war ja alles ganz anders geplant, wir hätten noch mindestens ein Jahr warten können, doch nun ging alles so unerwartet easy und unglaublich schnell! Wir können es kaum glauben! Und freuen uns wie kleine Kinder an Weihnachten!!!

Natürlich wurde der Bus gleich mit Cüpli und Apéro eingeweiht. Draussen ist’s dunkel und kalt, aber die Standheizung funktioniert wunderbar und es ist so was von gemütlich ❤

Am nächsten Morgen haben wir alles geputzt und angefangen einzurichten. Die Nachbarn haben grosse Augen gemacht und wir lange Listen 🙂
Wir konnten es auch nicht lassen gleich einen Campingshop zu besuchen, um Pfannen, Geschirr und div. andere kleine Extras zu kaufen. Es ist einfach unglaublich cool!

Fahrtraining

Nun haben wir den Bus seit gut einer Woche, Andy hat schon ganz viel daran herumgebastelt und ich bin noch gar nie gefahren? Das geht doch nicht! Hier im Unterland fällt mir der Deckel auf den Kopf, also entscheiden wir uns spontan für Mittagessen irgendwo an der Sonne, über dem Hochnebel, und fahren los Richtung Osten.

Der Bus ist schon ziemlich lang und breit, aber die Rundum-Sicht ist okay und ich gewöhne mich langsam dran, keinen funktionierenden Rückspiegel zu haben. Dafür finde ich es ganz nett, so hoch über allen anderen zu sitzen 😉
Der Bus fährt sich gar nicht so anders als mein kleiner Seat, hat „Pfupf“ den Berg rauf oder beim Anfahren, erinnert mich an Kamelreiten in den Kurven 🙂 und rückwärtsfahren ist definitiv nicht mein Ding, krieg ich aber dank der vielen Sensoren und der Kamera trotzdem einigermassen okay hin. Richtig lustig wird’s beim Parkieren im Parkhaus – in Zukunft ist das definitiv Andy’s Job….

Einsiedeln ist unser Ziel, dort glänzt das Gold in der Klosterkirche, aber Sonne finden wir auch keine. Nach Autobahn und Parkhaus ist jetzt auch noch Kurven-Fahren angesagt: Auf der Ibergeregg kochen wir feine Bündner Gestensuppe und probieren alles aus: Kühlschrank (für die Milch), Gaskocher und Falt-Pfannen (für die Suppe), Boiler (für Heisswasser zum Abwaschen) und ganz zünftig die Standheizung, damit wir im Halb-Schnee nicht frieren müssen. Kaffee und Guetzli gibts auch noch und macht sowas von Spass 🙂


Mein erstes „Fährtli“ mit unserem neuen Zweit-Zuhause
und zum ersten Mal gekocht und gegessen – I love it

Die erste Übernachtung (vor dem Haus)

Der Bus ist beinahe reisefertig. Andy hat das notwendige Werkzeug drin und die Technik voll im Griff. Ich hab Küche und Vorräte, das „Badezimmer-Equipment“ und die Deko voll im Griff. Kleidermässig sind wir mit warmen Pijamas und Bettsocken ausgerüstet, Flanell-Duvet und eine Bettflasche sind auch parat – denn heute übernachten wir zum ersten Mal im Bus. Das muss jetzt einfach mal ausprobiert werden!


Angesagt sind so 2-4° und leichter Regen. Wir stellen den Bus heute Nacht in den Garten und falls die Heizung nicht hält was versprochen wurde, sind wir dann schnell zurück im warmen Bett.

Und fürs Sonntagmorgen-Frühstück ist alles vorbereitet: Frischback-Gipfeli für den Omnia-Camper-Ofen; Käse, Lachs, Kapern, Zwiebelsprossen und Meerrettichschaum; Orangensaft und natürlich Kaffee aus der Italo-Schraubmaschine…

Und so ist es gelaufen:

Es regnete nicht und war wärmer als vorhergesagt (etwa 5°). Unsere Bettwäsche ist super flauschig und warm, die Standheizung hat die ganze Nacht leise vor sich hin ventiliert und den Bus und uns bestens warm genug gehalten. Das Bett ist allerdings schon ziemlich hart (respektive die Matratze ist dünn) und man muss sich gern haben, sonst ist es nicht breit genug… Aber das ist ja für Andy und mich kein Problem! Wir wussten, dass es kuschelig wird ❤

Beide sind wir die ganze Nacht immer wieder aufgewacht, aber am nächsten Morgen zwitschern die Vögel und der Himmel erglüht in einem wunderschönen Morgenrot. Nach ein bisschen Ächz und Stöhn fühlt sich das Aufstehen und Zmörgele umso herrlicher an 🙂
Der Omnia-Ofen funktioniert perfekt für die Gipfeli.

Das Problem mit der dünnen Matratze haben wir wahrscheinlich schon gelöst, in dem wir zwei „förige“ Schlafsack-Mätteli, die sich selber aufblasen und etwa 2-3 cm dick werden, darunter legen. Konnten wir jetzt zwar noch nicht eine ganze Nacht lang ausprobieren, aber das Probeliegen hat sich zumindest schon mal viel besser angefühlt.
Besonders froh sind wir, dass trotz Licht, Kühschrank, Heizung und Handy-Laden etc. die zweite Batterie locker auch ohne Zusatzstrom von aussen gehalten hat. Das bedeutet, dass wir auf Reisen durchaus auch mal autark irgendwo in der Wildnis übernachten können, ohne dass uns gleich der „Pfuus“ ausgeht.

Wie autark geht es denn? (Ostern 2020)

April 2020 – wunderbarstes Frühlingswetter, doch das Corona-Virus dominiert alles: die Schweiz ist im Ausnahmezustand! Stay at home ist angesagt 😦


Wir wären gern in den Jura gefahren in den Frühlingsferien… aber alle Zeltplätze sind geschlossen, social distancing und erhöhte Hygienemassnahmen… Reisen geht gar nicht!
Da uns aber die Decke auf den Kopf fällt, entscheiden wir uns doch für ein Oster-Camping-Weekend am Waldrand in Muri (natürlich mit Erlaubnis des Landwirts, dem das hübsche Plätzchen gehört) und wollen mal schauen, wie lange wir es ohne Strom und Wasser etc. da aushalten .

Gründonnerstag kommen wir an und richten uns ein. Es ist herrliches Wetter: wolkenlos blauer Himmel, ein warmes Lüftchen, beruhigend ruhig… Vogelgezwitscher ohne Ende, der Bach plätschert in der Nähe, die wenigen Spaziergänger sind weit weg! Sehr sehr friedlich und erholsam. Wir lesen, spielen, fotografieren, kochen , faulenzen, tanken Sonne und dösen am Schatten, alles im Schneckentempo und sehr gemütlich. Zum Ausspannen perfekt!

Und wir verbrauchen was wir haben an Strom, Wasser und Gas, hören Musik mit der Boombox, laden unsere Handys und Dampfis, der Kühlschrank ist proppenvoll und läuft auf Hochtouren, wir duschen und waschen das Geschirr mit heissem Wasser, lassen tagsüber sogar kleine Ventilatoren laufen und nachts die Standheizung…
Mit dem mitgelieferten Solarmodul probieren wir sobald die Sonne da ist die zweite Batterie aufzutanken – doch das ist nicht ganz einfach. Der Stecker ist an einer blöden Stelle und hat vielleicht auch einen Wackelkontakt. Je nach Winkel der Solarzelle liefert sie gut oder produziert fast gar nichts, man muss den Standort dauernd anpassen (dafür kommt uns Andy’s Foto-Stativ sehr gelegen) – schlussendlich sind wir am Samstagabend strommässig ziemlich ausgeschossen und schlafen sogar ohne Standheizung, denn die läuft schon gar nicht mehr an (läuft mit Diesel, aber das Gebläse braucht halt doch Strom).

Doch das Experiment war gut, denn jetzt wissen wir Bescheid.
– Wenn man etwas sparsam ist und die Sonne scheint, reicht der Strom knapp zwei Tage.
– Auch das WC hat nach 3 Tagen eine Reinigung/Leerung nötig.
– Wasser würde auch etwa so lange reichen, wenn man vielleicht noch separat Trinkwasser dabei hat. Und nicht nur Frischwasser ist ein Thema: nach ein paar Tagen ist auch der Abwassertank ziemlich voll.
– Gas reicht förig, und dafür hätten wir sogar noch Ersatz dabei.
Massnahmen: Wir brauchen eine dritte Batterie und das Solarmodul muss besser angeschlossen werden!

Eine Nacht im Napfgebiet (Sommer 2020)

Corona-Sommerferien sind nicht ganz einfach. Alle Campingplätze übervoll, für Urlaub im Ausland können wir uns irgendwie nicht so begeistern… da kommt uns doch die Website nomady.ch grad recht 🙂

Ganz kurzfristig buchen wir ein wunderschönes, einsames Plätzchen in Hergiswil bei Willisau und geniessen die herrliche Landschaft, die Ruhe, das grandiose 360°Panorama und unser erstes richtiges Camp-Erlebnis mit dem Bus (auch wenn es nur für eine einzige Nacht ist) – wir sind nicht im Garten, nicht bei Freunden auf dem Parkplatz, sondern an einem Ort wo wir noch nie waren und der gefällt uns hammermässig!!!

❤ Camping im Napfgebiet ❤

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