Teil 4: Schottland und England

Andy fährt vom Hafen in Cairnryan noch die knapp 2 Stunden ostwärts nach Caerlaverock Castle, aber nicht zum Schloss selbst, sondern zu einem Gemeinde-gesponserten Stellplatz mitten im Wald kurz davor.

Ich zaubere feinen Apéro auf den Tisch im Bus (denn auf Stellplätzen kann man keine Stühle/Tische draussen aufstellen) und wir geniessen die Ruhe und SONNE!

Bis es dunkel wird, stehen auf dem kleinen Platz 13 Fahrzeuge. Aber es ist friedlich – und nicht allzu eng. Bis dann die Wildgänse kommen, leider kann ich irgendwie kein Audio einfügen, aber glaubt mir: das war ein Heidenlärm!!!

Unsere heutiger Route:

Caerlaverock Castle, Dawyck Botanic Garden, Peebles und Melrose Abbey bis nach St. Abbs

Dieser sehr lange, schöne Tag in den Southern Uplands (Dumfries &Galloway und Scottish Borders) beginnt mit dem sooo lohnenswerten Besuch der einzigen dreieckigen Burg Schottlands.

Wir sind zu früh da. Es ist noch gar nicht offen. Also laufen wir zuerst ausserhalb des Wassergrabens einmal ringsum.

Hier treffen wir auf eine sehr gesprächige, nette Lady, die hier arbeitet und uns ganz viel erzählt über Caerlaverock und überhaupt… es macht Spass mit ihr zu plaudern!

Dann zurück zum Shop/Ticket Office, wo wir von dem super kompetenten Herrn eine Geschichtslektion vom besten bekommen. Das ist sowas von spannend und er hat es perfekt erklärt (und witzig!) – sehr cool. Erstmal Frühstück, dann hinein!

Ich halt mich jetzt zurück und erzähle nur, warum die Burg dreieckig ist 😉 aber zuerst noch ein paar Eindrücke von innen.

Gebaut wurde die erste Burg von der reichen und einflussreichen Familie Maxwell um 1220, einige Kilometer näher beim Meer, und dort ist sie wegen dem weichen Untergrund innert 50 Jahren beinahe abgesoffen.

Daraufhin liessen die Maxwells etwas weiter vom Meer entfernt ein grosses Loch für eine zweite Burg ausbuddeln. Es sollte ein Wasserschloss werden, denn wegen der ziemlich volatilen Beziehungen zu den „Nachbarn“ musste es gut zu verteidigen sein.

Ein Felsen kam zum Vorschein, der war aber dreieckig, somit wurde auch die Burg in dieser Form gebaut. Die spezielle Form der Burg ist also nur dem Zufall geschuldet 😉

Insgesamt war die mächtige Händler-Familie Maxwell über 400 Jahre lang von dieser Burg aus die einflussreichste Kraft der Region Dumfries&Galloway. Und sie lebten gut darin, gegen Ende sogar richtig luxuriös!

Die Festung wurde nur 2x eingenommen: 1300 durch den englischen König Edward I mit 3000 Angreifern gegen 60 Verteidiger: Die Belagerung dauerte knapp 2 Tage.

1640 wurde die Burg vom Covenanter Heer (presbyterianisch-schottische Armee, die es nur 9 Jahre gab) nach 13 Wochen Belagerung endgültig besiegt und dermassen zerstört, dass niemand mehr seither drin wohnte…

Die architektonisch und historisch sehr interessante Burg Caerlaverock hat uns ausserordentlich gut gefallen. Nun wollen wir Richtung Ostküste, dort ist das Wetter besser und beständiger.

Also fahren wir lange auf kurvigen (guten!) Strassen durch hügeliges Gebiet mit riesigen Wäldern. Überall sehen wir grosse abgeholzte Flächen – mit der gleichen Hauruck-Methode, die uns auch schon in Irland aufgefallen ist. Es sieht aus als hätte ein Tornado gewütet! Es wird aber auch kräftig aufgeforstet, jedoch immer nur mit Tannen.

Ich recherchiere und stelle fest, dass die Holzwirtschaft in Schottland sehr wichtig ist und etwa 30‘000 Arbeitsplätze stellt.

Hübsch ist es hier trotzdem: Sprudelnde kleine Bäche und Schafe und viel Natur! Wir geniessen unterwegs die tägliche Nachmittagspause an der Sonne.

Wir kommen in Darwyck an. In Schottland gibt es vier royale botanische Gärten, einer davon ist hier.

Der königliche Waldgarten (hier wachsen vor allem spezielle Bäume) ist sehr harmonisch angelegt und wir geniessen den etwa stündigen Spaziergang sehr.

Wir fahren weiter, ich möchte noch die Melrose Abbey besuchen, eines der feinsten Stücke Kirchenarchitektur und Grabstätte des berühmten Robert the Bruce.

In Peebles gibt es einen ungeplanten und längeren Zwischenhalt: Hier finden Highland Games statt – das müssen wir uns unbedingt ansehen 😃😃😃

So cool 😎 Die ganze Stadt ist hier. Es ist ein richtiges Volksfest!

Alle traditionellen Wettkämpfe (sportlich, musikalisch und tänzerisch) finden gleichzeitig statt. Wir müssen schauen was wir wo beobachten wollen.

Pipe-Bands:

Highland-Tanz:

Das Herzstück der Games bilden die „Heavy Events“ und die sind auch am faszinierendsten!

Beim Baumstamm-Werfen (Caber Tossing) muss der 5-6m lange und 40-60 kg schwere Stamm so geworfen werden, dass er sich um 180 Grad dreht und möglichst gerade liegen bleibt (auf 12 o’clock).

Perfekt gelungen oben… und unten sieht man wie schwierig es ist!

Putting the Stone (16 Pfund so weit wie möglich schleudern):

Gewicht hochwerfen:

Der Sieger Angus McInroy schaffte es, den 25kg schweren Metallklotz über die 4,8m hohe Latte zu schleudern!

Wir bleiben etwa 2 Stunden, essen noch einen kleinen Hotdog und fahren dann weiter, denn es wird Abend und wir haben noch Kilometer vor uns.

Wir halten bei der Melrose Abbey. Die ist aber zurzeit wegen Sanierungsarbeiten teilweise gesperrt und weil es schon 18 Uhr ist, als wir dort ankommen, auch schon abgeschlossen.

Ich kann aber durch den Zaun ein paar Fotos machen und man sieht auch so, was für ein prächtiges Bauwerk es ist.

Letzte Etappe für heute (insgesamt waren das 180 km): St. Abbs, wo wir im kleinen und ein bisschen heruntergekommenen Hafen direkt am Wasser übernachten wollen.

Das kleine Seafood-Café hat schon zu. Aber es gibt lecker Salat und gutes Brot zum Abendessen. Wir können das weiche irisch/britische Zeug nämlich nicht mehr sehen, jedoch Aufback-Ciabatta aus dem Omnia sind lecker!

Wir verbringen eine ruhige Nacht hier mit lautem Meeresrauschen 😉

Hier noch die heutige Route:

Tantallon und Dirleton Castles

Heute gehen wir es etwas lockerer an und besuchen „nur“ 2 Schlossruinen.

Tantallon Castle ist eine riesige Burgruine aus dem 14. Jahrhundert östlich von North Berwick auf einer Landzunge bei den steilen Klippen des Firth of Forth, der Bucht von Edinburgh. 1651 wirde es von den Truppen Oliver Cromwells belagert und in Trümmer geschossen.

Das Schloss besteht eigentlich aus einer langen Mauer mit drei Türmen, die die Landzunge abriegeln. Beim Hinlaufen sieht alles noch ziemlich intakt aus.

Hinter dem Eingangstor sind aber nur noch Ruinen der einstmals schönen und für Mittelalter-Verhältnisse hochwertig eingerichteten Räumlichkeiten zu sehen. Nur der mittlere Turm steht noch einigermassen ganz da.

Ich finde diese Informationstafeln immer sehr interessant und kann mir gleich viel besser vorstellen, wie es war, hier zu leben und zu arbeiten.

Ich glaube, diese Tafeln werden für alle Schlösser, Burgen und Klöster immer von den gleichen Künstlern gestaltet 😉 Sie sehen auf jeden Fall immer sehr ähnlich aus irgendwie…

So erfährt man zum Beispiel, dass mutige Dienstboten aus diesem Tor in der Küche auf die Klippen klettern und Eier von Seevögeln einsammeln mussten.

Es ist sehr windig hier und zuoberst auf den Türmen (knapp 100 sehr enge und unebene Stufen) hat man eine grandiose Aussicht über Land …

… und aufs Meer hinaus.

Die unbewohnte Insel da draussen heisst Bass Rock und beherbergt die grösste Basstölpel-Kolonie der Welt. Der Seevogel verdankt seinen Namen dieser Insel, 150’000 Tiere leben da von Februar bis Oktober. Der Vogel ist weiss, so kann man jetzt im September gar nicht sagen, ob der 107m hohe Fels wegen der Vögel so weiss ist oder wegen ihrer Kacke? 😂

Wir fahren weiter zum nahen Schloss Dirleton.

Es ist so baufällig, dass man nur den Hof überhaupt betreten darf.

Die Burg gehörte verschiedenenn Familien und wurde mehrmals repariert, dazu gibt es einen Beobachtungsauftrag auf der Tafel.

Es stört mich nicht, dass man nur wenig von der Ruine besichtigen kann, denn eigentlich will ich vor allem die schönen Gärten anschauen 💚

I love English Borders 💚💚💚

Und dann gibt es hier noch den berühmten Taubenschlag (dovecote) aus dem 16. Jahrhundert, für bis zu 2000 Vögel, die sich selbst versorgten und als Dünger-und Fleischlieferanten dienten.

Und auf dem Rückweg finde ich auch noch den sehr spannend angelegten formalen Garten mit den speziellen Beetformen. Gute Idee mal so gekrümmt und verzogen, statt immer quadratisch praktisch gut!

Danach suchen wir nur noch einen Platz für die Nacht. Der gestrige Tag hat noch Nachwirkungen. Wir sind müde…

Wir finden auf dem Aberlady Caravan Park genau was wir für diesen Abend brauchen: Schutz vor dem einsetzenden Regen, wir können hier nämlich die Markise aufstellen, was in UK und Irland längst nicht auf jeder Campingplatz erlaubt ist (ausgerechnet hier, wo es so oft regnet!). Die Dusche ist auch super (Temperatur einstellbar, gleichmässig viel Wasser und picobello sauber) und zum Znacht gibt es Pesto-Penne😋

Am nächsten Tag ist es mehrheitlich sonnig, zwar windig, aber trotzdem warm und wir machen einen Ruhetag. Andy muss zum Coiffeur (Sue) und ich muss schon zum zweiten Mal, seit wir unterwegs sind, das Mini-Gefrierfach abtauen. Es ist völlig vereist. Hoffentlich habe ich jetzt endlich die Fehlerquelle gefunden!

Heute Abend kochen wir notgedrungen etwas mit Cervelats und Wienerli😉

Jupiter Artland

Auf 120 Hektar Wiesen und Waldland erstreckt sich der preisgekrönte Skulpturen-Garten Jupiter Artland ausserhalb von Edinburgh. Er wurde 2009 von Robert und Nicky Wilson gegründet. Mehr als 30 einzigartige Kunstwerke und Installationen sind permanent ausgestellt. Diese einzigartige Outdoor-Galerie besuchen wir heute!

Wir verbringen fast vier Stunden in dem Gelände. Mit Hilfe einer Art „Schatzkarte“ suchen wir die Kunstwerke im Wald und entlang der vielen kleinen Wege. Wir finden auch fast alles und vieles gefällt uns sehr!

Das hat uns am meisten beeindruckt und am besten gefallen.

In dem kleinen Bootshaus sind 100 Flaschen versteckt mit Wasser aus Flüssen der „British Isles“ (ganz UK plus Irland). Sehr poetische Installation, zusammen mit den kleinen japanischen Glöcklein auf der Insel gegenüber, die ihr feines Bimmeln („music of the souls“) über den See schicken.

In einem Wald sind in vielen grossen Bäumen grosse Steine so platziert worden, dass sie durch die Gewichte nicht beschädigt werden und diese sogar in sich aufnehmen und in den natürlichen weiteren Wuchs des Baums integrieren.

Eine im Boden versenkte Kammer, die total mit Amethysten ausgekleidet ist. Darum herum ein „Beet“ aus Obsidianen und ein Zaun aus vergoldetem Stacheldraht.

Die Kammer ist würfelförmig (etwa 3x3x3m) und eine schmale Treppe führt hinunter.

Das Glitzern im Sonnenlicht, das durchs Laub gefiltert wird, ist sehr sehr schön 🤩

Zwei Säulentürme stehen sich gegenüber, der eine reich verziert mit gothischen, der andere mit chinesischen Schnitzereien. Dazwischen ein Säulengang mit stark duftenden weissen Rosen. Aus Kontrast wird Harmonie.

Das Herzstück der Anlage sind sicher die speziell geformten Terrassenhügel und Teiche.

Das Kunstwerk heisst „Cells of life“ und beeindruckt durch seine immer wieder andere Ansichten, die sich beim Herumwandern bieten.

Und es macht Spass!

Auf den Hügeln sind Zell-ähnliche Skulpturen mit Inschriften.

Das Element Wasser wird sehr spielerisch und ästhetisch umgesetzt.

Wir sind lange auf den Hügeln und bei den kleinen Teichen umhergelaufen...

Dann gibt es Lunch im herzigen Café.

Einige Objekte stimmen traurig, zum Beispiel „Weeping Girls“.

Auch „I lay here for you“ macht uns nachdenklich, nachdem wir es endlich gefunden haben. Für diese Skulptur sind wir quer durch die Brombeeren und ein matschiges Bächlein im Wald rumgeirrt.

Hier noch einige weitere Kunstwerke, die uns gefallen haben oder irgendwie speziell waren …

Ganz allgemein tut es uns gut, in der Sonne durch die schon herbstlichen Wälder zu spazieren und die schönen und überraschenden Aussichten zu geniessen.

Andy hat immer wieder Schmerzen in der Hüfte. Nach dem vielen rumlaufen jetzt auch. Aber wir haben eh nichts anderes mehr vor als einkaufen (in einem riesigen Tesco Superstore) und wechseln dann auf den auch riesigen Mortonhall Campingplatz in Edinburgh.

Wir installieren uns, es gibt Apéro und dann verbrauche ich noch die (fast) letzten Cervelats in einer Rösti, ein leckeres Znacht, zusammen mit einem Salat.

Edinburgh

Mit dem Doppeldecker-Bus 11 fahren wir ins Zentrum. Es ist ein (immer wieder eine halbe Stunde lang) sonniger Tag und wir schlendern einfach kreuz und quer durch die Stadt, die wir heute schon zum dritten Mal besuchen. Edinburgh ist einfach eine coole Stadt.

Eigentlich hätte ich sehr gerne „the real Mary King‘s Close“-Tour gemacht, aber heute war leider schon alles ausgebucht. Sonst haben wir die gängigen Sightseeing-Orte schon früher mal erlebt und so geniessen wir einfach den guten Vibe dieser Stadt.

Wir finden spannende Kombinationen von alt und neu im Uni -Quartier.

Wir finden eine Zigarren & Whisky-Lounge, die Andy ziemlich glücklich macht!

Allerlei Kurioses, vom Handwerkermarkt in der Kirche über die halb abgebaute Tribüne des Tattoo-Festivals oder die Bierfass-kickenden jungen Männer bis zu den Strassenmusikanten-Anstandsregeln…

Wir besichtigen St. Giles Kathedrale (viel zu viele Touristen) …

… und geniessen den Late Lunch im The Last Drop am Grassmarket an der Sonne.

Auf dem Heimweg beginnt es ganz fein zu nieseln, aber wir haben Glück: Regen wäre schon ab 15 Uhr angesagt gewesen und wir machen uns erst gegen 18 Uhr auf die Suche nach der richtigen Bushaltestelle.

Es wird eine windige Nacht – das hatten wir gar nicht auf dem Schirm, obwohl tägliches Wettervorhersage-Studium hier Pflicht ist! Zum Glück ist uns die Markise nicht um die Ohren geflogen!

Am nächsten Morgen erleben wir einen schönen Sonnenaufgang, dann Wäsche waschen, duschen/Haare waschen und den Bus auffüllen/entleeren, bevor wir auschecken.

Zwischendurch diskutieren wir wieder, wie es weitergehen soll. Wir sind immer noch unsicher… das Wetter war ja jetzt eine Weile etwas besser und trockener, aber das Wetter allein ist nicht ausschlaggebend. Wir sind auch irgendwie übersättigt mit Eindrücken und wir vermissen die lieben Leute zuhause. Bald werden wir eine Entscheidung treffen müssen…

Rosslyn Chapel und Falkirk Kelpies

Während wir unsere Sandwiches essen, im Bus auf dem Parkplatz von Rosslyn Chapel, besucht uns ein Rotkehlchen.

Die einzigartige 1446 gegründete gotische Kirche südlich von Edinburgh muss man einfach gesehen haben. Mit dem Bau begonnen wurde erst 10 Jahre später, 1456, aber diese Kirche hat bis heute wirklich viel erlebt.

Die ursprünglich geplanten Querschiffe wurden nie gebaut. 1592 wurden die katholischen Altäre zerstört und in der Folge verwahrloste das Gebäude. Mitte des 19.. Jahrhunderts wurde sie auf Wunsch der jungen Königin Victoria restauriert und ab 1862 wieder in Betrieb genommen, als episkopalisches Gotteshaus. 1914 gab es einen Terroranschlag der Suffragetten, die für das Frauenstimmrecht kämpften. 1997-2013 wurde sie überdacht (damit die Sandsteinmauern endlich richtig austrocknen können) und umfassend renoviert und ist seither wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Rosslyn Chapel ist bekannt für die unglaubliche Fülle an Schnitzereien und Verzierungen und ebenso für mysteriöse Symbole und Legenden.

Nachdem Sakrileg von Dan Brown veröffentlicht wurde (und die katholische Kirche das Buch verbieten wollte) kamen plötzlich 200‘000 Besucher im Jahr, jedoch schon vorher rankten sich viele spekulative Theorien rund um diesen Ort.

Es gibt mehr als 110 Schnitzereien von „grünen Männern“ (Gesichter, die aus Pflanzen wachsen).

aus der Broschüre

Die Krypta ist schon sehr lange versiegelt. Dies förderte die Legenden, dass hier der heilige Gral, die schottischen Kronjuwelen oder der Schatz der Templer versteckt seien.

aus der Broschüre

14 Säulen tragen das Dach. Sehr bekannt ist die Lehrlingssäule, um die sich die wahre Geschichte eines grausamen Mordes rankt. Der Meister-Steinmetz hat seinen Lehrling mit dem Hammer erschlagen, weil dieser die Säule während seiner Abwesenheit selbstständig und vor allem meisterhaft fertig gestellt hatte.

aus der Broschüre

Aus den Säulen und Bögen ragen 213 verschiedene „Schachteln“ hervor, welche mit seltsamen Mustern verziert sind. Es ist ungeklärt, was das bedeuten soll.

Leider ist fotografieren innerhalb der kleinen Kirche nicht erlaubt! Deshalb sind die Bilder von innen alle aus der Broschüre (abfotografiert).

Das beste an Rosslyn Chapel ist für mich der meisterhaft vorgetragene „History Talk“ des Guides, der etwa 30 Minuten dauerte und die Geschichte wirklich zum Leben erweckte!

Danach fahren wir nach Falkirk zu den Kelpies von Andy Scott.

Hier kann man für 15£ auf dem grossen Parkplatz (neben der Autobahn) übernachten und das beeindruckende Kunstwerk auch bei Nacht besuchen.

Jede einzelne Platte ist anders geformt und andere Ausschnitte und trotzdem passt alles zusammen!

Bis man so etwas nur schon geplant hat, geschweige denn in Natura und 30m hoch zusammengebaut!

Im Vordergrund die beiden etwa 1m grossen Modelle.

Bald beginnt es wieder zu regnen und wir richten uns erstmal gut ein, kochen und essen.

Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Beleuchtung angeschaltet.

Die Gegenüberstellung von Tag- und Nacht-Varianten ist auch sehr interessant:

Als wir zurückkommen von diesem Spaziergang im Dunkeln hat sich der Parkplatz für die Nacht schon ordentlich gefüllt und wir machen auch nicht mehr lange😴

noch ein bisschen Schottland

Da es die nächsten zweieinhalb Tage in der Region Aberdeen bis Inverness recht sonnig sein soll, haben wir uns entschieden, noch ein bisschen im Norden zu bleiben. Aber zuerst schauen wir uns das Falkirk Wheel an.

Es ist der einzige rotierende Schiffs-Lift auf der ganzen Welt! Seit 2002 in Betrieb ersetzt es damit 11 Schleusen mit 25 Höhenmetern innerhalb von 5 Minuten.

Es verbindet den Union Canal mit dem Forth & Clyde Canal.

Hier im Schnelldurchlauf: Schiffe fahren ein

Einmal upside-down (dauert in echt etwa 4 Minuten)…

… Schiffe fahren wieder aus, 25m weiter unten (und/oder oben).

Wir beobachten das Spektakel zweimal und finden es super spannend und cool.

Danach fahren wir zu Scotland‘s Secret Bunker, der unterirdischen Atom-Kommandozentrale aus der Zeit des kalten Krieges, die bis 1993 in Betrieb war. Heute ist es ein Museum, interessant und vollgestopft mit allen möglichen Original-und nachgebauten Gegenständen.

Versteckt 30m unter einem Bauernhof…

… mit einigen leicht auffälligen Fahrzeugen hinter dem Haus…

… war hier ganz viel Geheimdienstarbeit untergebracht (etwa 60 Leute waren da 24/7 stationiert)…

… und auch ganz viel hochwertige Technik🤓🤫😉

Danach geht’s an der Westküste nordwärts bis zu Dunnottar Castle, wo wir einen Standplatz an einer wenig befahrenen Strasse zwischen Feldern und Meer beziehen, zusammen mit etwa 12 anderen Campern, aber immer mit schön viel Abstand dazwischen.

Auf einem Bauernhof etwa 800m entfernt brennt eine Scheune, die mit Stroh gefüllt war. Es sieht spektakulär aus, aber die Feuerwehr hat alles im Griff und es gab keine Verletzten.

Wir verbringen hier trotzdem eine sehr ruhige und bequeme Nacht. Die Leute vom Hof sind sicher froh, dass es am Morgen regnet… für mich heisst das gemütlich in den Tag starten, Kaffee und lesen/schreiben und das berühmte Schloss halt etwas später besichtigen.

Dunnottar Castle und Chanonry Point

Zum Glück bin ich schon früh, kurz nach 9 Uhr, zum Schloss gegangen. Ein irgendwie kränklich wirkender Fasan hat mich auf dem Weg noch ein Stück begleitet.

Dunnottar Castle ist nur 400m von unserem Übernachtungsplatz entfernt. Man sieht aber erst kurz vor dem Eingangstor ein kleines bisschen was davon.

Weiter vorne gibt’s dann eine schöne Sicht auf die Burg und schottische Wolken…

… und dann erstmal 188 Treppenstufen runter.

Der Fels, auf dem die Burg „hockt“, geht fast bis runter zum Meer. Schon mal eine ganz gute Verteidigungsgrundlage.

Und die Klippen sind auch ziemlich hoch.

Links ein geheimnisvolles, kleines Tor, noch ganz unten, bevor man überhaupt zum Eingang kommt.

Von nun an geht es ständig rauf und runter, bis man alle Gebäude gesehen hat, sind das noch viele Dutzend Stufen mehr. Aber es lohnt sich total!!!

Im „Keep“ (dem Hauptturm / Tower House aus dem 14. Jahrhundert) wurden während der vielen Kriege Mitte des 17. Jahrhunderts auch die schottischen Kronjuwelen plus Zepter und Schwert aufbewahrt, denn Dunnottar war im Kampf gegen die Engländer (unter Oliver Cromwell) der damals sicherste Ort dafür. Heute sind sie in Edinburgh Castle zu besichtigen.

Dunnottar Castle ist riesig und viele Mauern sind erstaunlich gut erhalten. Oft kann man Keller, Parterre und ersten Stock besichtigen.

Die Schmiede und die Stallungen:

Die Kapelle und ein trauriges kleines Grab von 1685:

Die Zisterne ist richtig gross, wie ein kleiner Pool. Dahinter links sind Wohnungen der besser gestellten Diener und im 1. Stock wäre der Ballsaal (West Range), dort gibt’s aber den Zwischenboden aus Holz nicht mehr. Dächer gibt es sowieso fast nirgends, auch nicht in anderen Ruinen. Oft wurden sie auch absichtlich entfernt, entweder um die Gebäude unbenutzbar zu machen oder um das Material anderswo wieder zu verwenden.

Rechts hinter der Zisterne liegen die Gemächer der Besitzerfamilie. Man kann sich vorstellen, dass die für 16./17. Jahrhundert richtig luxuriös waren, mit toller Aussicht aufs Meer und sogar Balkon.

Im Parterre und Keller des gleichen Gebäudes sind Küche, Bäckerei, Brauerei und Vorratsräume untergebracht.

Ganz unten im Keller liegt ein Verlies mit einer sehr grausamen Geschichte.

Ein einziger Saal in der ganzen Anlage wurde „modern“ restauriert. Ursprünglich war es der Drawing Room – und heute habe ich gelernt, dass das nichts mit zeichnen zu tun hat, sondern dass es dabei um „withdrawing“ geht = sich zurückziehen!

Hier noch eine Art Gästehaus, heute ein schönes Gärtlein:

Und noch ein paar letzte schöne Bilder:

Schon immer steht ich dieses Schloss auf meiner Besichtigungs-Wunschliste! Mir gefällt es ausserordentlich gut – meine Erwartungen werden also nicht enttäuscht!

Das Wetter wird auch immer besser und die Touristen werden immer mehr.

Am Anfang war ich mit etwa 20 Leuten hier, aber jetzt kommen sie Car-weise! Ich mache mich auf den Rückweg. So sieht die lange Treppe gegen 11 Uhr aus: Viel Gegenverkehr!

Am Schluss noch der Versuch eines zufriedenen Selfies

Hinter dem Bus raucht es immer noch, als wir losfahren über Elgin bis Nairn. Dort finden wir nach längerer Suche (es ist Samstag und am Meer ist alles voll) ein hübsches Camping mit sehr viel Platz mitten im nirgendwo Hinterland. Sehr friedlich und günstig auch noch. Normalerweise zahlen wir auch jetzt noch (nicht mehr Hochsaison) 35-45£ auf Zeltplätzen und Stellplätze sind durchschnittlich 10-20£, das hier kostet mit allem drum und dran nur 25£.

Gegen Abend regnet es ein paar Stunden lang, stört aber nicht: Wir verbringen einen friedlichen Abend drinnen, wieder mal mit Netflix, und haben eine gute Nacht.

Am nächsten Morgen ist es zwar kalt (5 Grad) aber wolkenlos. Wir machen Sandwiches und Tee zum mitnehmen und fahren zum Chanonry Point bei Inverness am Firth of Moray. Dort werden 1-2 Stunden nach Ebbe regelmässig Delfine gesichtet.

Wir sind genau zur richtigen Zeit da und harren in der Kälte so lange wie möglich aus. Es ist schön hier und sehr friedlich. Viele Leute warten, wie wir, mit Feldstecher bewaffnet und beobachten sehr aufmerksam das Meer.

Wir sehen sehr viele Vögel und entdecken einige sehr entspannte, schwimmende Seelöwen. Die Seals kommen auch ziemlich nahe und mit dem guten Feldstecher kann man sie sehr genau anschauen. Herzig!!!

Delfine sehen wir keine (haben wir noch nie, obwohl wir das in Dänemark, Irland und Schottland schon viele Male versucht haben). Es war trotzdem schön 😊

Zurück beim Parkplatz finden wir eine „Warnung“ am Auto. Obwohl wir mit unseren 5.50m x 2.20m (mit Kiste und Seitenspiegeln) problemlos in das PW-Parkfeld passen: Weil der VW T6 aussieht wie ein Camper, ist für uns parkieren hier nicht erlaubt und kann eine Busse von 100 (!) £ kosten, wenn die Polizei kommt.

Ich gebe zu: Ich lese die Warnung zuerst gar nicht richtig. Rege mich nur auf, weil ich eine Busse nicht gerechtfertigt finde und sie so teuer ist.

Ich habe das Auto des Highland Councils gesehen und mache mich deshalb schnurstracks auf die Suche nach der zuständigen Person. Sie findet mich!

Eine ganz nette junge Frau, die mir begreiflich macht, dass sie diese Warnung nur bei uns hingeklebt hat, damit wir eben keine Busse bekommen. Wir müssten gar nichts zahlen, aber aufpassen, vor allem auf dem NC500, denn die meisten Rangers seien da gar nicht zimperlich. Sie aber finde es wichtig, die Camper zu informieren, was erlaubt ist und gern gesehen werde in Sachen „Van-Reisen“ – und was eben nicht. Sie gibt mir eine entsprechende Broschüre und wir plaudern noch eine Weile über Trocken-Trenn-Toiletten, „buy local“, „leave no trace“ und respektvolles Verhalten ganz allgemein.

Ich verstehe den Ansatz: In den letzten Jahren hat der Anteil an Campern und Wohnmobilen wirklich extrem zugenommen und nicht alle verhalten sich respektvoll! Grad in Schottland und besonders auf dem NC500 sind Camper fast zur Plage geworden (und hier sind wir ja genau am Anfang dieser beliebten Scenic Road).

Ich verabschiede mich und wir fahren zurück, nochmals zum gleichen Campingplatz, und lassen den Tag entspannt ausklingen: Duschen, Brot backen, weitere Pläne besprechen…

Hier unsere Route von heute…

… und Pläne sind jetzt mal gemacht, wenigstens für die nächsten paar Tage: Es geht von hier aus morgen Richtung Süden – wir haben die Wettervorhersage studiert und uns gegen Schwimmhäute entschieden 😂

Back in the UK

Wir erwachen im strömenden Regen, es giesst wie aus Kübeln, nur seitwärts. Enough is enough: Dieser Sintflut wollen wir jetzt entkommen. Zusammenpacken und los geht’s!

Eine wichtige Verbindungsstrasse nach Süden ist gesperrt (es gibt übrigens auch eine „gelbe Windwarnung“ in allen westlichen Regionen) und wir werden auf die „Tourist-Route“ umgeleitet. Durch die Highlands und Speyside auf schmalen Strassen, die bei schönem Wetter sicher sehr schön sind. Heute nicht. Ausserdem müssen auch alle LKWs da durch.

Es hat immer wieder Stau und kreuzen macht keine Freude, weil einige Lastwagen zwei Drittel der Strassenbreite benötigen und auch beanspruchen!

Unser Vorfahrer spritzt die ganzen Pfützen weg…

Wir fahren bis in die Mitte von UK, bis in die Yorkshire Dales (insgesamt 500 km) und brauchen knapp 7 Stunden dafür.

Langsam waren vor allem die ersten 200km, ab ungefähr Glasgow haben wir gute Schnellstrassen mit meist wenig Verkehr. Das Wetter wird nicht besser: Regen und Wind!

Schlussendlich buchen wir von unterwegs eine Nacht im Cow Close Camping bei Leyburn: Sehr herzlicher Empfang und ein einigermassen windstilles Plätzchen.

Die Nacht ist viel trockener und ruhiger als vorhergesagt. Wir erwachen bei Sonnenschein 😊

Eine gute Stunde fahren wir über Berg und Tal durch die wunderschönen Yorkshire Dales, sehr hügelig, einspurige Strassen, ab und zu ein herziges kleines Örtchen, weiter Blick zum Horizont, zig hundert Schafe … und das weiterhin bei ganz viel ☀️!

Es ist eine wirklich idyllische Fahrt zum Scar House Reservoir (1936 erbaut). Unterwegs sehen wir Dutzende Fasane: Lebendige, die uns sehr oft vollkommen selbstmörderisch vors Auto hüpfen – und viele Tote (überfahrene), die wohl taub und blind waren, denn es hat hier eigentlich sehr wenig Verkehr!

Der Scar House Damm und die ganze Gegend hier sind eindrücklich!

Es ist extrem windig und hat nicht wahnsinnig viel Wasser – aber mir gefällt, wie ein Gebäude, das eigentlich nur „funktionieren“ muss auch noch schön „gestaltet“ wird… Das können die Engländer wirklich!

Danach fahren wir viele Kilometer und die ganzen engen Strassen zurück und insgesamt 90 Minuten weiter südwärts zum Yorkshire Sculpture Park bei West Bretton. Ein riesengrosses Areal mit über 100 Skulpturen moderner Künstler. Das Wetter stimmt und wir freuen uns hier zu sein!

Wir können nicht alles anschauen. Das Gelände ist riesig und es gibt auch nicht wirklich den einen Weg, mit dem man überall vorbeikäme.

Nicht immer gefällt uns die Kunst, aber der Park ist wunderschön, mit grossen, alten Bäumen und viel, unglaublich viel Platz!

Wir wandern und wandern…

… und geniessen den herrlichen Herbst-Nachmittag!

Niki de Saint Phalle ist auch hier 🤩

… und dann noch diese alte Bekannte!

Heute waren wir wieder lang zu Fuss unterwegs. Andy hat wieder Schmerzen in der Hüfte und müde sind wir beide.

Einkaufen und einen netten Übernachtungslatz finden … schaffen wir – und auch ein feines Znacht!

Stratford-upon Avon und Cotswolds

Wir müssen wieder mal nass zusammenpacken und fahren im strömenden Regen und bei zügigem Wind gut 2 Stunden bis Stratford-upon-Avon, südlich von Birmingham.

William Shakespeare wurde 1564 hier geboren, wohnte einen Grossteil seines Lebens in der Stadt und starb auch hier 1617. Stratford-upon-Avon ist seine Stadt und das merkt man auch an jeder Ecke und in jedem Schaufenster 😉

Wir finden per Zufall einen Zigarrenhändler gegenüber des Museums, das wir besuchen wollen. Andy ist sowasvon 😊😊😊 happy!

Dann gehen wir rein ins MAD-Museum (Mechanical Arts &Design).

Von diesem Moment an kriegen wir das Schmunzeln, Kichern, Staunen und laut Lachen gar nicht mehr weg! Viel Spass bei den folgenden Videos 😂

Und hier noch ein längeres Video mit vielen kleinen herzigen Kreationen!

Am allerbesten zu unserer Reise passt der da:

Und mit kluger Message der da:

Es wären eigentlich auf den Abend ein zwei trockene sonnige Stunden noch angesagt gewesen – leider damit nix gewesen! Wir haben uns einen schönen „fast wie frei stehen“ Platz gebucht mitten in den Cotswolds, einer Gegend , die oft als „Herz Englands“ betitelt wird, mit super kitschig-hübschen Dörflein und wunderschönen Gärten!

Der Platz ist schön – aber der Nieselregen hört auch nicht wirklich auf. Wir öffnen dann mal eine feine Flasche Wein, stellen gute Musik an und kochen lecker…

Unsere heutige Route – ziemlich strikt Richtung Süden! Es zeichnet sich ab: wir suchen die ☀️ und bis wir wieder zuhause sind, wird es nicht mehr lange dauern.

Bourton-on-the-Water und Cotswolds Sculpture Park

Das schmucke Dörfchen Bourton-on-the-Water, mit gefühlt zwei Dutzend kleinen Brücken über den Fluss Windrush, wird auch „Venedig der Cotswolds“ genannt.

Wir, frühstücken, fotografieren, spazieren herum, shoppen… es ist alles sehr hübsch und sehr touristisch!

Andy muss ein paar mal lange warten, während ich in die Kitsch-Geschenke-Shops neben der Brücken-Hauptstrasse abtauche….

Nach knapp zwei Stunden ist gut. Wir machen uns auf den Weg zum Cotswolds Skulpture Park.

Wir haben jetzt doch schon einige solcher Ausstellungen (Skulpturen, draussen) gesehen… die unglaublich schönste war „Kistefos“ nähe Oslo! Aber die hier, mit etwa 150 Kunstwerken in einem Wald-Garten-Setting, ist auch wirklich zu empfehlen!

Wir sehen hier viel Erstaunliches, Faszinierendes, Verspieltes und Inspirierendes, alles auch zu kaufen – moderne one-of-a-kind Werke zeitgenössischer Künstler, die halt noch nicht den grossen Namen haben…

Tiere:

Figuren in allen Facetten:

Schöne Idee mit den bemalten Fenstern im Blumengarten …

Auch diese getöpferten Türme gefallen mir wirklich sehr!

Besonders gefallen uns beiden die beweglichen Objekte…

Sie inspirieren Andy, hoffentlich steht schon bald sowas in meinem Garten!

Manchmal lohnt es sich hinzuschauen, während man selbst in Bewegung ist.

Spiegel und Metall – im Wald oder in einem schönen Blumengarten wirkt das einfach immer doppelt intensiv…

Diese beiden hier haben uns am besten gefallen:

Sie wurden auch von den Besuchern zu den „Best of 25“ gewählt…

Den Cotswold Sculpture Park südlich von Cirencester können wir wirklich sehr empfehlen, es ist ein cooler Kunst-Wald-Garten und lohnt sich.

Und jetzt geht es definitiv Richtung Festland-Europa. Wir fahren knapp 3 Stunden bis Ashford im südwestlichsten Zipfel Englands. Es hat viel Verkehr und riesige Kreisel (3-spurig mit Ampeln) im Minutentakt. Auf der Gegenseite brennt ein Auto lichterloh! Aha, deshalb die Staus.

Schlussendlich kommen wir doch noch in Ashford an und finden den sehr empfehlenswerten Caravan-Park Broadhembury mit vorzüglichen Services, insbesondere schöne Duschen mit Bodenheizung😊 wir geniessen einen feinen Apéro an der Sonne und plaudern noch lange mit einer allein reisenden Luzernerin.

Canterbury

Unser letzter Tag in UK beginnt mit strahlend blauem Himmel und einer wunderbaren Dusche mit Haare waschen.

Dann fahren wir die kurze Strecke nach Canterbury und laufen 10 Minuten auf der Stadtmauer direkt ins Zentrum. Sehr praktischer und günstiger Parkplatz beim Südbahnhof!

Die Kathedrale ist unser Ziel: 597 von Saint Augustine gegründet und heute ein ungeheuer wichtiges und wertvolles UNESCO-Kulturerbe!

Sie ist riesengross!

Sie ist unglaublich hoch!

Die ältesten Fenster sind aus dem 12. Jahrhundert. Das mit dem grabenden Mann ist von 1151, erklärt mir ein Guide. Wir haben keine Tour gemacht, aber diese Guides laufen herum und erzählen, wenn man zuhört. Mini-Talks nennt sich das – und ist super!

Sie ist bunt und gefüllt mit tausenden Geschichten.

Das ist nur eine ganz kleine Seitenkapelle.

In einem kleinen Raum finde ich meditative Licht-Installationen.

Ich könnte noch viel sagen, aber die Bilder sagen mehr aus.

Man sieht es überall: Dieses uralte Gebäude ist mit der grössten Vorstellungskraft und Handwerkskunst der letzten 1428 Jahre erbaut, vergrössert, ergänzt und über und über verziert worden. Und heutzutage wird es ständig restauriert und geschützt vor Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen und ab und zu auch „umdekoriert“. Grad kürzlich, hat mir der Guide erzählt, hätten Wissenschaftler von einer amerikanischen Universität einen Teil eines Fensters „gefunden“, der nach dem 2. Weltkrieg an einer falschen Stelle eingesetzt worden war… so was wird dann „geflickt“, das heisst mit der grössten Sorgfalt umgetauscht und gleichzeitig wird das Fenster mit zusätzlichen Glas verstärkt!

Nach dem Besuch der Kathedrale laufen wir noch ein bisschen durch die sehr belebten Gassen, kaufen bei einem syrischen Foodtruck feine Wraps und fahren dann nach Dover zum Fährhafen.

Diesmal gibt es unterwegs keine Verzögerungen (2016 sind wir auf dieser Strecke ja in einem Jahrhundert-Stau gelandet: 4 Stunden statt 30 Minuten), dafür dürfen wir am Terminal noch eine Weile warten…

… Zeit um Fotos zu sortieren, Blog zu schreiben und den Möwen zuzuschauen.

Good bye England.

Calais – Seon

Wir lieben einfach das Fähre-fahren💙 und auf diese Weise sowieso: Blauer Himmel und blaues Meer, eine richtig genussvolle Überfahrt und ein sehr stimmungsvoller Sonnenuntergang!

Weil unsere Fähre erst um 8 Uhr abends ankommt, suchen wir ziemlich lange nach einem Übernachtungsplatz. Late Arrival ist bei den meisten Campings rund um Calais scheinbar nicht möglich. Schliesslich werde ich doch noch fündig, dank der sehr hilfsbereiten Betreiberin des kleinen Platzes Primevères in Leubringhen. Sie schickt uns den Code für die Schranke und die Pitch-Nummer und einen Plan.

Aus der grossen „Irish Ferry“ rauskommen, dauert länger als normal und so kommen wir erst im Dunkeln auf dem Campingplatz an.

Es ist aber immer noch warm und wir geniessen eine extra feine Flasche Lieblingswein (zur Feier des Tages: Zurück in Frankreich) draussen. Das haben wir schon lange nicht mehr tun können, denn in UK und Irland war es meistens zu kalt!

Wir schmieden Pläne für die Normandie, doch die Wetterprognose ist nicht verheissungsvoll. Die nächsten drei Tage viel Regen und danach zwar besser, aber deutlich kühler. Am Morgen regnet es tatsächlich. Wir diskutieren nicht lange und entscheiden uns, nach Hause zu fahren.

750 km können wir, mit abwechseln und den guten, meist leeren französischen Autobahnen, bis am Abend schaffen! Und Normandie & Bretagne können wir im Oktober nochmal probieren.

Die chinesische Winkekatze hat leider den Arm verloren und die Highland-Coo macht den Rückenschwumm 😂😂😂

Das passt zu dieser oft verregneten Reise! Aber Glück haben uns die beiden trotzdem gebracht.

☘️ Wir haben viel gesehen, gelernt, gestaunt und hatten eine Menge nette Kontakte mit hilfsbereiten, herzlichen und offenen Menschen.

☘️ Wir hatten keine Panne, keinen Unfall und die Einrichtung unseres kleinen „Zuhause auf 4 Rädern“ hat tipptopp funktioniert. Ausser die Stromsituation, das muss noch angeschaut werden. Zum Glück haben wir unglaublich viel Solar auf dem Dach und 2 gute Batterien, so gab es nie einen Engpass. Aber während dem Fahren oder wenn wir am Landstrom angeschlossen sind, werden die Batterien kaum geladen. Da ist irgendwas noch nicht gut, lässt sich aber sicher lösen.

☘️ Wir haben mehr als 8 Wochen zusammen verbracht und hatten nie Streit. Was für ein Glück, selbstverständlich ist das ja nicht ❤️ unsere Devise bewährt sich auch auf Reisen: In erster Linie wohlwollend miteinander umgehen! Und natürlich ist wichtig, dass man die eigenen Bedürfnisse äussert und keine versteckten Erwartungen an den Partner kultiviert! Ausserdem hilft es, wenn man sich genug Zeit nimmt und wenn in den engen Platzverhältnissen beide gerne Ordnung halten. 😉

☘️ Der Einstieg in die neue Lebensphase ist gelungen und wir wissen jetzt zwei Dinge, die bei kommenden Reisen für uns relevant sind:

Schönes Wetter ist wichtig! Wenn wir unseren Wohnraum nicht regelmässig nach draussen erweitern können, wird es schon eng im VW. Das lässt sich aber jetzt bestimmt besser steuern, denn wir müssen ja nicht mehr auf Schulferien achten und auf meinem Handy sind bestimmt sämtliche Wetter-Apps, die es gibt, abgespeichert😉

Ganz lange Zeit weg von zuhause ist uns zu lang. Nach einigen Wochen vermissen wir die Familie und unsere Freunde. Wir wollen in Zukunft sicher auch wieder grössere Reisen machen (vor allem wenn es in der Schweiz kalt und hässlich ist), aber auch öfter mal einfach spontan ein, zwei Wochen irgendwo hinfahren. Und für längere Roadtrips sind 6-8 Wochen wohl genug, dann sind wir mit Eindrücken irgendwie übersättigt. Aber wer weiss schon, wie es dann wirklich ist, wenn das Wetter gut mitspielt? Dann passen wir uns wieder an, bis es für uns beide stimmt, so wie wir das jetzt auch getan haben!

Hier gibt’s Croissants und Kaffee.

Die Heimreise verläuft ohne Probleme. Die ersten 2 Stunden bläst ein sehr starker Wind. Das ist anstrengend, aber Andy meistert es souverän. Dann lässt der Wind etwas nach und es wird riiiichtig warm (bis zu 32 Grad!), das sind wir uns gar nicht mehr gewohnt! Einen heiklen Moment gibt’s schon. Ich sitze hinter dem Steuer und werde aus dem Nichts von einer riesigen Schnake angegriffen😱 Zur nicht sehr effektiven Abwehr muss ich ein bisschen (nur gaaaanz wenig 😂) quietschen, zappeln und fuchteln. Zum Glück gelingt es mir, das Tempo zu drosseln, ohne jemanden zu gefährden, und mein Schatz befreit mich aus der Gefahrenzone, indem er das Viech erwischt und erledigt 🙏🏻🙏🏻🙏🏻

Natürlich benötigt eine lange Fahrt auch Proviant. Wir haben in den letzten Wochen herausgefunden, was es braucht: Gummibärchen und Raffaello. Damit wird bei uns die Beifahrer-Kühltasche gefüllt. Inzwischen ist sie aber leider wieder leer😌

Kurz nach Basel gibt es noch einen kleinen Stau, aber meine Handy-Kamera kann wegen der völligen versifften Windschutzscheibe nicht mehr scharf stellen 🤪

Um halb sieben abends kommen wir müde, aber zufrieden, zuhause an. 8’407 km haben wir gemacht, und das sind nur die gefahrenen Kilometer, Fähren nicht eingerechnet.

Alles sieht super aus, unsere Haus-Hüter haben bestens gesorgt und im Garten wächst viel weniger Unkraut als erwartet. Ausräumen später, heute nur noch Haus lüften, duschen, Poulet vom englischen Metzger kochen und Füsse hoch.

Es ist auch sehr schön, wieder daheim zu sein 😊😊😊


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