Elsass im Herbst (2023)

Eine Woche Auszeit im schönen Elsass steht auf dem Plan. Gemütlich fahren wir am Samstagmorgen los. Nach einem Abstecher zum Beck in Frick und Stau bei Basel sind wir gegen 13 Uhr in Kaysersberg.

Das Dörfchen ist mega herzig und es hat nicht besonders viele Leute. Wir laufen herum, essen was und begrüssen langsam den Ferienmodus😊

Riegelhäuser in alt oder tipptopp renoviert, überall Blumen und schön herausgeputzt! Deko-, Weihnachts- und Souvenir-Läden en masse…

Es ist richtig warm an der Sonne!

Flammkuchen zum Zmittag und die Biscuiterie haben wir auch gefunden 😋

Schöne Kirche!

Noch kurz einkaufen im Intermarché und dann fahren wir zu unserem kleinen Campingplatz „Les Noyers“ in Bergheim. Sehr einfach, grosse Stellplätze mit Hecken zwischen den Reben, äusserst freundliche Winzer, die mit dem Zeltplatz ihr Einkommen verbessern. Friedlich und sehr ruhig. Es gefällt uns hier!

Feinen Muscat gibt’s gekühlt für wenig Geld!

… und wir beschliessen den Abend mit Apéro-Food und langen Gesprächen 😊

Relax and enjoy

Am Sonntag und Montag nehmen wir es sehr ruhig, viel lesen und schlafen und richtig runterfahren! Es ist friedlich hier und wir geniessen das tolle Spätsommer-Wetter!

Es ist sehr trocken und warm, 28 Grad, nur wenig Wind und in der Nacht doch schon ziemlich kühl – wir sind froh um die zuverlässige Dieselheizung!

Am Morgen gibt’s Croissants… (das Foto der echten wird noch nachgeliefert) und Bialetti Kaffee. Meist wird mindestens eine Stunde nur das Nötigste gesprochen, dafür sind wir nachher über die wichtigsten News informiert, mein Blog ist aktualisiert und das Wasser für den Abwasch ist heiss.

Sonntäglicher Rundgang auf der alten Stadtmauer von Bergheim:

Das Städtchen ist sehr herzig, aber auch ziemlich ausgestorben…

Die feinste Beiz finden wir schnell. Im Animus essen wir wie „Gott in Frankreich“😋😋😋 und buchen gleich nochmals einen Tisch für Dienstagabend.

Überall schöne Blumen und Kunsthandwerk!

Am Nachmittag ein Zvieri-Plättli und zum Znacht frisches Brot aus dem Omnia, frischen Salat vom kleinen Markt und Bio-Rindsplätzli auf dem Skotti – yummy!

Schloss und Dörfer

Ein Ausflug ist angesagt: Wir besuchen die beeindruckende „Haut-Koenigsbourg“ aus dem 12. Jahrhundert. Aber zuerst mal die gemütliche morgendliche Routine…

Es hat noch freie Parkplätze…

Die Festung liegt auf 755 m hoch über dem hügeligen Weingebiet. Die Aussicht wäre sicher fantastisch, doch es ist ein sehr diesiger Tag.

Wir sind beeindruckt von dieser riesigen Burg. Es hat auch nicht zu viele Besucher. Alles ist sehr gut angeschrieben und organisiert.

Türme, Zinnen, Zugbrücken und noch mehr Türme – sogar eine Windmühle…

Im 15./16. Jahrhundert wurde die Burg massiv ausgebaut (teilweise bis zu 12m dicke Mauern), dann aber doch im Dreissig jährigen Krieg erobert, geplündert und in Brand gesteckt.

1900-1908 liess Wilhelm II. von Hohenstaufen sie wieder aufbauen.

Teilweise sind die Wohnräume noch möbliert, es gibt auch fast überall grosse Kachelofen und es hat viele eindrucksvolle Wandmalereien und Jagdtrophäen.

Küche, Weinvorrat (8’000 Liter) und Feuerlöscher aus dem letzten Jahrhundert:

Mir gefallen die alten Schlösser immer besonders gut!

Andy steht auf sowas:

Der Brunnen der Burg (unter den aufgehängten Kesseln) ist 62 m tief. Zusätzlich wurde auch das Regenwasser gesammelt, sogar gefiltert und in einer Zisterne aufbewahrt. Der Architekt dieser ausgeklügelten Wasserversorgung hat sich an dem Pfosten bei der Zisterne gleich selbst verwirklichen lassen. 82‘000 hl Trinkwasser waren damals unter dem waldigen Innenhof versteckt.

Nach knapp 2 Stunden haben wir den Rundgang gemacht und kaum was gemerkt von den 300 Stufen, denn es war sehr spannend und beeindruckend!

Nach dem Schloss Haut-Koenigsbourg besuchen wir noch die beiden berühmten Elsass-Dörfer Riquewihr

und Ribeauvillé

… doch wir finden weder eine gute Potterie noch eine freundliche Beiz, wo man auch einfach nur was trinken kann. Andy meint: „Irgendwie überall das Gleiche und irgendwie auch ein bisschen wie Disneyland…“- und er hat recht! Aber die Gegend ist lieblich und das Wetter immer noch hammermässig ☀️☀️☀️

Wir fahren zurück zum Camping und chillen noch eine Weile, bevor es am Abend nochmal zum Restaurant Animus in Bergheim geht für eine 6-Gang-Verwöhnung auf Niveau Gault Millau (1 Mütze) 😋

Strasbourg

OMG, mir geht die Lektüre aus 😳 Der dicke Krimi von Musso ist erledigt… Da muss man was unternehmen!!!

Wir fahren nach Strassburg und besorgen neue Bücher. Ist klar, dass wir auch gleich noch das Münster (den Dom? die Kathedrale?) besichtigen.

Die bunten Glasfenster sind phänomenal!

Ein Teil der riesigen Kirche wird grad renoviert (wie immer und überall bei riesigen Kirchen).

Durchs Gitter vor der astronomischen Uhr schmeissen die Leute Geld rein…

Die Orgel ist riesig. Der Turm übrigens auch: 142 m hoch und damit einer der höchsten weltweit! Wikipedia sagt: „Von mindestens 1647 bis 1874 war das Münster mit seinem 142 Meter hohen Nordturm das höchste Bauwerk der Menschheit und das höchste im Mittelalter vollendete Gebäude.“

Das Strassburger Liebfrauen-Münster heisst übrigens auch „Notre Dame“ (wie in Paris) und mit dem Bau (aus Vogesen-Sandstein) wurde vor fast 900 Jahren begonnen.

Wenn man bedenkt, welche Kriege und andere schlimme Zeiten dieses Gebäude schon überstanden hat? – schon sehr eindrücklich!!!

Danach spazieren wir noch ein bisschen herum, essen Salat – die beiden Gourmet-Mahlzeiten im Animus Bergheim hatten nämlich Gemüse-mässig einzig Kerbel dabei! … mir fehlt das Grünzeug 😉

Aber übertreiben mit grün müssen wir auch nicht: Für mich gibt’s Cesar-Salad und für Andy Salade de Brasserie (ein waschechter Wurst-Käse-Salat, sogar mit Emmentaler).

In der „Librairie du monde entier Gallimard“ an der Place Kléber decke ich mich neu ein. Die Auswahl an Klassikern ist gut, bei den modernen Büchern habe ich hoffentlich gut gewählt!

Spektakel am Himmel

Hinter dieser Birkenhecke verstecken sie sich… und in den „vinyards“ um unseren Campingplatz herum (Rebberg passt nicht, denn hier ist es flach)…

Hier auch… plötzlich ist es still…

Tausende… bereit für den Flug in den Süden!

Es dauert ein bisschen am Anfang…aber das Warten lohnt sich!

Gleich über uns und um uns herum 🤩 das habe ich noch nie so gesehen, wir können sie stundenlang beobachten!

Ich glaube es sind Stare…?

Ausserdem ist heute wieder abhängen und fein kochen angesagt. Zuerst war Andy dran (Mittagessen: Spiegelei mit viel ingwer, Zwiebeln, Knoblauch und Schinken).

Am Abend backe ich einen Auflauf/Gratin mit allem, was noch da ist.

Rüebli, Peperoni, Zwiebeln, Knoblauch, die allerletzten Tomätli, Ghackets und Speckwürfeli (schon angebrätelt), Hörndli, Tomatensauce und Emmentaler – alles in den Omnia (10 Minuten volle Pulle, 20 Minuten kleinste Flamme) 😋😋😋 richtig lecker geworden !

Adieu Alsace

Wir fühlen uns gut ausgeruht, erholt und entspannt. Der einfache und günstige Campingplatz war okay, tagsüber etwas laut (Baustelle nebendran), nachts dafür sehr ruhig (da waren wir mit netflix auf dem iPad wohl die lautesten) und zum Glück nicht hell erleuchtet (wie so oft im Süden).

Positiv:

  • Grosse Parzellen mit Hecken und Gebüsch, so ist man vor zu vielen neugierigen Blicken geschützt.
  • Cool, dass Andy seine Markisen-Vergrösserung endlich mal ausprobieren konnte.
  • Gipfeli-Service
  • Feiner, gekühlter Wein vom Winzer (Platzbetreiber)
  • Weil wir die ganze Woche „stationär“ waren, konnten wir Stühle, Tisch und Grill stehen lassen, wenn wir unterwegs sein wollten. Das war praktisch.

Wir haben aber auch gemerkt, dass es uns nicht reicht, nur ab und zu unterwegs zu sein. Das eigentliche Reisen hat uns gefehlt!

Die elsässischen Riegelhäuser hat man (wir) irgendwann mal gesehen und dann kippt das „wie schön“ schnell ins „schon wieder“… Die Leute waren durchwegs freundlich, ausser man wollte nur etwas trinken in einer Touristen-beiz (geht nicht, nur wenn man auch isst). Haut-Koenigsbourg und das Strassburger Münster waren sehr beeindruckend!

In diesen Ferien haben wir viel und gut gegessen, selbst gekocht und auch im Restaurant.
Zum Abschluss gönnen wir uns noch eine 🌟Michelin-Beiz / bei Gault Millau 15 Punkte 👨🏼‍🍳👨🏼‍🍳👨🏼‍🍳:
„La Nouvelle Auberge“ in Wihr-au-Val 😋😋😋

Wir nehmen das „menu découverte“ und teilen uns dazu die „suggestions du vin“ (ich gebe zu: nicht fair geteilt, das Glas stand auf meiner Seite 🙈).

Ganz grosser Genuss in einem sehr schönen Ambiente mit super freundlichem Service!!!

Nach dieser exzellenten, kulinarischen Verwöhnung beschliessen wir, den schon fertig gepackten Camper nicht noch einmal für eine Nacht auszupacken. Wir sind keine 2 Stunden von zuhause entfernt. Bezahlt haben wir schon im Camping und deshalb fahren wir von hier aus direkt zurück in die Schweiz.

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