Matera

Die Stadt Matera mit den Höhlenwohnungen, in die Felsen hineingebaute „Sassi“, die bis in die 1950er Jahre bewohnt waren, ist ein UNESCO Weltkulturerbe. ein „must see“ in der Provinz Basilicata, eine der ältesten Siedlungen Italiens und Europas. Also fahren wir dorthin!

Schon in der Steinzeit lebten Menschen in den Tuffstein-Höhlen der Gravina-Schlucht. Hirten und einfache, arme Bauern der Gegend haben die Grotten im Mittelalter immer weiter ausgebaut und vergrössert. Allerdings lebten die Leute da unter erbärmlichsten Verhältnissen: ohne Strom, Trinkwasser oder Abwasserversorgung, Grossfamilien zusammen mit Hühnern, Schweinen und weiteren Nutztieren auf engstem und feucht-schimmeligem Raum – bis in die 1950er Jahre!!! Dann wurden die Sassi-Viertel behördlich geräumt und die Menschen zwangsumgesiedelt.

Die Aussicht auf die uralte Stadt oder in die Schlucht mit ihren vielen Höhlen ist spektakulär!

Inzwischen sind einige der uralten Felsenhöhlen renoviert und die alten Grotten (in den 50er Jahren der „Schandfleck“ Italiens) sind nun Museen oder Souvenirgeschäfte, Restaurants oder Hotels mit den heutzutage üblichen Annehmlichkeiten. Die Vorstellung, dass noch Mitte letztes Jahrhundert Menschen da so lebten, fasziniert und gruselt gleichzeitig, irgendwie unvorstellbar…

Wir besichtigen eine authentisch (1950er Jahre) eingerichtete Höhlenwohnung und gleich daneben noch eine kleine Kirche (Storica Casa Grotta di vico Solitario). Ein einziger Raum (vielleicht 30 m2) und dazu noch drei kleine (fürs Kleinvieh, die Küche und zuunterst für den Wasservorrat) beherbergten eine grosse Familie und ihre Tiere!

Es tönt alles sehr spannend – und doch werden wir irgendwie nicht wirklich warm mit dieser Stadt (obwohl es zünftig warm ist zwischen all diesen Steinen). Einige sicher sehenswerte Gebäude (z. B. die Chiesa del Purgatorio oder die Zisterne mit der zentralen Wasserversorgung oder das Castello) sind informationslos geschlossen, es ist alles sehr unübersichtlich und schlecht angeschrieben…

Das Mittagessen war auch nicht wirklich der Brüller…

Dann fängt auch noch ein Gewitter mit Starkregen an… ⛈️ Wir verlassen die Felsenstadt und fahren (2 1/2 Stunden) nach Gallipoli. Dort buchen wir ein richtig hübsches Zimmer im Xilhotel am Hafen mit Parkplatz und Balkon und bequemem, breiten Bett! Viele Leute motzen ja über booking.com – aber die Plattform hat uns auf all unseren Reisen schon so oft gut genützt und es funktioniert wirklich, auch sehr kurzfristig!

Beim Einparken passiert uns noch ein blödes Missgeschick. Es knirscht deftig und schon hat der Bus am Lack eines anderen Autos Spuren hinterlassen 😜

Der Fiat gehört einem Mitarbeiter im Gericht, der nebenan wohnt. Die Receptionistin unseres Hotels erkennt das Auto auf dem Foto. Und wir haben Glück: sie kann den Mann kontaktieren und der ist ganz locker und meint, sein Auto habe Speziallack und das könne man weg polieren! Alles kein Problem 😅

Endlich mal wieder Haare waschen und duschen mit genug Wasserdruck und konstanter Temperatur!!! Nach dem wohltuenden Hygiene-Update gehen wir zu Fuss in die doch nicht wirklich autofreie Altstadt von Gallipoli auf der Halbinsel und suchen ein Restaurant fürs Nachtessen!

Während dem Essen diskutieren wir über unsere Eindrücke. Die etwas frustrierende Erfahrung von heute in Matera (aber auch schon andernorts) schimmert durch. Das kulinarische und speziell der caffè sind einfach wunderbar, es gibt spannende Landschaften und besonders hier im Süden ist das Meer wunderschön und viel sauberer als früher… Eigentlich ist Italien so ein tolles Land, hat so viel zu bieten… aber es ist schade, dass so wenig draus gemacht wird.

Nun ja, wir sind müde und zotteln zurück zum Hotel.

Morgen ist ein fauler Tag angedacht: Frühstück im Hotel (sehr lecker), einkaufen und dann zu unserem nächsten Nomady-Camp in der Nähe von Gallipoli.


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Eine Antwort auf „Matera

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  1. Leider haben wir Matera damals nur aus der Ferne „besichtigt“ und offenbar nicht sehr viel verpasst. Euch eine obergute zweite rEISEHÄLFTE!!!
    hERZLICH

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