Wir machen uns schon um 10 Uhr auf den Weg, denn wir müssen etwas ganz Wichtiges erledigen.
Am Abend vorher hat Andy seine Lieblingsjacke gesucht und den ganzen Camper auf den Kopf gestellt, um sie zu finden. Sie war aber einfach nicht da. Plötzlich kam ihm in den Sinn: Wahrscheinlich ist sie am Morgen in der sonnigen Bar am Hafen am Stuhl hängen geblieben!

Die Telefonnummer herauszufinden war knifflig, denn: Keine Website und auf allen Portalen nur immer die Adresse ohne Telefon. Nur bei einer Touri-Info-Website auf französisch, da war plötzlich eine Nummer vorhanden. Also ruf ich dort an und stottere mein Anliegen vor: Bonsoir… Excusez-moi… s‘il vous plait… oublié… ce matin… un jaquet vert? („veste“ wäre richtiger gewesen – aber ich hatte keine Zeit mich schlau zu machen, denn die Bar macht um 21 Uhr zu und es war kurz vorher).
Die Frau am anderen Ende war aber total nett und tatsächlich hat sie die Jacke gefunden und aufbewahrt. Und die wollten wir nun holen.
Natürlich haben wir dort noch einmal Espresso getrunken, feine Croissants verspeist und das Hafenleben beobachtet:


Ein Mann schaufelt angeschwemmte Algen in seinen Kombi und fährt davon. Hinten hängt noch alles raus, leider war ich nicht schnell genug mit der Kamera.

Danach fahren wir zu den jungsteinzeitlichen „Alignements de Carnac“. Diese Steine wurden vor 7000 Jahren aufgestellt und bis heute ist ihre Bedeutung immer noch unklar. In Carnac gibt es über 3000 dieser Menhire, sie stehen in 10 bis 12 Reihen auf mehr als 4 km Länge.

Leider ist es auch ziemlich touristisch hier und trotz gegenteiliger Information aus dem Netz sind die Megalith-Felder nicht frei zugänglich, sondern hinter einem verschlossenen Zaun.
Trotzdem laufen wir um das erste Feld herum und sind beeindruckt von der schieren Menge der mystischen Steine mitten im blühenden französischen Stechginster.





Es beginnt zu tröpfeln als wir weiterfahren zum Wallfahrtsort Sainte-Anne d’Auray mit seiner Basilika. Der kleine Ort ist mit Ausnahme fröhlicher Kantischüler ziemlich ausgestorben.

In der Kirche drin ist es extrem weihrauchig. Mir gefällt sie nicht besonders.





Wir laufen noch kurz im Park herum und zu einem Mahnmal für die im Ersten Weltkrieg getöteten Soldaten.



Danach fahren wir ins Städtchen Auray hinein. Auch hier ist nicht viel los, ausser jede Menge Galerien und Schuh- und Optiker-Läden. Durch die Oberstadt spazieren wir hinunter zum Hafen.

Am Port Saint-Goustan kraxeln wir ein bisschen in den steilen Gassen herum…





…und machen das obligatorische Foto der Brücke von der Panorama-Promenade „Rampes du Loch“ aus.

Die bretonische Sprache hat schon eine verwandte Seite mit schottischen Ausdrücken (Loch = Meeresarm). Hier noch ein lustiger Dorfname:

Es regnet schon wieder ein bisschen und Andy fühlt sich nicht so besonders wohl. Wir entscheiden uns das Sightseeing abzubrechen und fahren zurück zu unserem Strand-Stellplatz. Dort scheint die Sonne wieder, doch bei zügigem Wind ist es auch ziemlich kühl.

Vorher waren wir noch einkaufen, denn für Mittwoch ist Regen ohne Ende angesagt und wir wollen einen Faulenzer-Tag einlegen.


Zum Znacht gibt’s Hörnli-Schinken-Lauch-Pilz-Gratin aus dem Omnia.
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