Drombeg Stone Circle, Cobh und Midleton

Immer noch der gleiche Sprühregen und kalte Wind beim Aufstehen… trotzdem machen wir uns früh fertig und fahren dann die kurze Strecke westwärts zum Drombeg Steinkreis.

16 stehende Steine und ein liegender „Altar-Stein“ bilden diese Formation aus der Bronzezeit (etwa 3000 Jahre alt). Zur Wintersonnenwende am 21. Dezember schickt die Sonne ihre letzten Sonnenstrahlen genau vom Altar zum Eingang (den zwei grössten Eingangssteinen auf der gegenüberliegenden Seite).

Es ist eine liebliche Gegend hier, aber wir haben uns Drombeg schon ein bisschen mächtiger vorgestellt. Nun ja, unterwegs sehen wir dafür viele riesige und hohe Hecken aus wilden Fuchsien und Monbretien (meine absoluten Lieblingsblumen).

Weiter geht’s zu dem kleinen Küstenort Cobh südlich von Cork. Es regnet und das Navi schickt uns einen komplizierten Weg über eine Fähre. Wir wollen schon abbrechen, machen dann aber erstmal Kaffeepause im Bus.

Als wir doch noch dort ankommen, setzt sich plötzlich die Sonne durch. Wir laufen herum, finden keine offene Beiz (Montag), aber die Aussicht auf die bunten Häuser ist schön.

Cobh hat eine schöne, grosse Kathedrale mit einem sehr hohen Turm.

Innen wird noch viel klarer ersichtlich, wie hoch das Gebäude ist. Alles (Holz, Stein, Schmiedeisen, Fliesen, Fenster) ist äusserst kunstvoll verziert!

In einer Seitenkapelle finde ich eine Stammbaum-artige Auflistung von 560 bis 1662: Vielleicht die verantwortlichen Priester?

Nun kommt der Höhepunkt des Tages. Wir fahren noch eine Viertelstunde weiter nach Midleton.

Wir haben eine Führung und anschliessend noch ein Whiskey-Tasting bei der Midleton-Distillery gebucht. Hier wird Jameson, Redbreast, Paddy, Powers und Midleton Very Rare produziert, ausserdem die speziellen Spot-Family-Whiskeys (Green Spot ist Andys Liebling) und Method and Madness.

Wir bekommen eine fachlich sehr kompetente, spannende und witzige Führung durch die riesige Anlage.

Chemie-Kenntnisse wären sicher von Vorteil, um alle Herstellungsprozesse wirklich zu verstehen. Es ist auf jeden Fall kompliziert!!!

Wir werden eigentlich vor allem durch nicht mehr gebrauchte Fabrikhallen geführt, denn es wurden gleich nebendran neue Produktionsgebäude gebaut. Die neuen sind von 1975! In der Zwischenzeit bauen sie schon an der nächsten Generation.

Wir dürfen aber in die echten Lagerhallen für die Fass-Reifung und erleben dort den echten „Angels Share“.

Wir dürfen auch die Mikro-Destillerie besichtigen, wo junge Fachleute ausgebildet und neue Whiskey-Sorten ausgetüftelt werden.

Auch innerhalb der Führung gab es schon ein kleines Tasting, beim exklusiveren danach werden unsere Geschmackssinne noch viel mehr verwöhnt und wir lernen noch einiges dazu:

  • Die oben erwähnten irischen Whiskeys werden nur in Midleton hergestellt und von hier aus in die ganze Welt verkauft. Die Jameson Experience in Dublin ist nur eine Show 😉
  • Whiskey kann auch Mais enthalten, nicht nur Gerste.
  • Die Angel‘s Share (der Alkohol, der bei der Lagerung in den Fässern verdunstet – das riecht man gut, wenn man im Fasskeller steht) macht einen grossen Teil aus. Die Fässer verlieren über die Jahrelange Lagerung bis zu einem Viertel an Inhalt!
  • Whiskey altert nur im Fass, in der Flasche nicht mehr. Denn der Geschmack und die Farbe kommen vom Holz. Je länger der Alkohol drin lagert, desto intensiver wird das Aroma.
  • Blended Whiskeys enthalten immer die genau gleiche Zusammenstellung an benutzten Fässern (verschiedenen Ursprungs) und verschiedenen Jahrgangsstufen (die kleinste wird angegeben, d.h. Ein 8jähriger Whiskey kann auch einen kleinen Teil 10jährigen beigemischt haben).
  • Blended Whiskeys sind in der Regel frischer im Geschmack, Pot Still Whiskeys sind würziger und wirken öliger – auch bei genau gleichem Alkoholgehalt.
  • Pot Still Whiskey ist eine irische Spezialität, ähnlich wie Single malt, aber ein Teil der Gerste wird dabei nicht vermälzt. Das verleiht ihm eine „würzigere Rauheit“ und eine „dichtere Textur“…
  • Die Fässer aus der amerikanischen Bourbon-Herstellung dürfen nur einmal verwendet werden. Das schafft für die irischen Produzenten genug Nachschub, denn sie benützen die Fässer mehrmals. Auch Sherry-Fässer aus Spanien und Portugal kommen in Irland zum Einsatz.
  • Sherry-Fässer geben dem Whiskey einen fruchtigeren, manchmal auch nussigeren Geschmack, Bourbon-Fässer beeinflussen ihn eher Richtung Vanille, Karamell, Toffee (Sahnebonbon)

Uns hat dieser Ausflug sehr gefallen! Wir bekommen auch noch einen Abschiedsdrink (Jameson mit Ginger Ale und Limette – sehr lecker!), installieren uns auf dem Wohnmobil-Stellplatz und gehen noch eine Pizza essen.


Entdecke mehr von Sue und Andy - on the road

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben ↑