Es wird ein Tag mit sehr viel Sonnenschein, unglaublichen Strassen, beeindruckenden Klippen, unfähigen Tourismus-Behörden und nervigen Franzosen – aber der Reihe nach.
Wir starten auf den Ring of Kerry, auch wenn wir zurzeit grad mitten in der Beara Halbinsel wohnen. Es ist Wochenende und sonnig, deshalb sind viele Campsites auf der Halbinsel Inveragh ausgebucht, aber wir haben hier im herzigen (wenn auch völlig veralteten) Creveen Camping verlängern können.
In Kenmare ist ein riesiger Markt im Gang (immer am 15.8.). Die Stadt ist übervoll mit Ständen und Touristen und es gibt eine grössere Umleitung für uns. Wir fahren via Sneem zum Staigue Fort, einer 1700 Jahre alten, immer noch sehr gut erhaltenen Ringmauer-Festung mit 27m Durchmesser ist sie eine der grössten von Irland. Die 4m dicken und bis zu 5,5m hohen Trockenmauern (nur geschichtete Sandsteinplatten).


Man kann auf seitlich eingelassenen Treppen überall rauf und runter klettern. Und hier kommen die Franzosen ins Spiel. Eine grosse Familie lässt ihre schreienden Kinder wild überall herumrennen und -klettern. Sie stellen sich in so ziemlich jedes Foto, das ich machen möchte, auch die Eltern. Keine Rücksichtnahme what so ever. Ein Junge reisst sogar Steine heraus und will sie runterwerfen. Jetzt schreit die Mutter herum, bis er äusserst widerwillig davon ablässt. In solchen Momenten regen mich Kinder nur noch auf…






Weiter geht’s zur berühmten Derrynane beach, wir möchten endlich mal ein bisschen Strand und Meer geniessen. Es hat Stau auf der einspurigen Strasse und nur sehr wenige und extra knappe Ausweichstellen. Ich fahre – und da kommt mir doch tatsächlich ein Müllwagen, rückwärts, entgegen. Ich muss richtig über den Rand der Ausweichstelle hinaus rangieren und Andy klappt den Spiegel ein… – es passt, grad so 🤪

Wir fahren im Schritttempo weiter bis zum ersten Parkplatz. Dort sehen wir die Höhenbeschränkung auf 1.90m – Mist! Hätten die das nicht 4km früher anschreiben können??? Nicht nur wir sind betroffen, sondern auch viele andere Campervans in der Schlange. Es gibt noch einen zweiten Parkplatz aber der ist schon voll. Also 4km zurück schleichen und bei der Weiterfahrt neue Pläne machen.

An einem schönen Aussichtspunkt machen wir uns ein Sandwich und beschliessen, direkt zu den Kerry-Cliffs zu fahren. Sie gelten als gute Alternative zu den touristisch total überlaufenen Cliffs of Moher.









So kommen wir schliesslich nach knapp 4 Stunden und 120 km bei inzwischen schon 27 Grad auf dem riesigen Parkplatz bei den Kerry-Cliffs an🙄 Von hier aus sieht man nur die erhöhte Klippe, kein Meer, keine Felsen.
Doch nach einem 10 Minuten Spaziergang:

Es hat zwei grosse Felsvorsprünge mit View Points, das WAW-Zeichnen steht in der Bucht dazwischen. Die Klippen sind gut 300m hoch und sehr eindrücklich.
Es ist alles gut gesichert und angeschrieben.



Es ist zwar wirklich warm und hat auch nur wenig wind, aber dafür leider auch etwas diesig, die Fernsicht ist nicht wirklich gut. Aber trotzdem ist es wunderschön und spektakulär!




Das sind Bilder vom rechten Aussichtspunkt aus, nach Nordwesten.
Hier die noch krasseren Felsen links (von der Mitte aus fotografiert) und dann der Aufstieg und die Sicht vom höchsten Punkt aus.
Auf dem View Point links hat es auch weniger Leute, nicht alle machen den steilen Weg nach oben. Es sieht aber viel strenger aus als es tatsächlich ist.








Diese geschwungene Kante am Berg neben dran finde ich auch sehr speziell.

Kerry Cliffs – ein absolutes Must-see🤩
Mit dem Stau bei Derrynane Beach haben wir am Morgen viel Zeit „verblöterlet“ und wir haben noch einen langen Heimweg vor uns (wie lang wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht!!!).

Es ist schon halb 4 Uhr und wir entscheiden uns für den den direkten Rückweg, den uns Google Maps vorschlägt, mit einem ganz kleinen Abstecher zu den drei Burgen bei Cahersiveen.







Cahergal Stone Fort ist wieder eine Ringmauer-Burg, aus dem 7. Jahrhundert, und etwas kleiner als Staigue Fort, aber besser erhalten. Die 7 Treppen nach oben sind sehr gleichmässig konstruiert und die Stufen grader als bei Staigue. In der Mitte hat es sogar noch Ruinen eines weiteren Gebäudes. Mir gefällt es besser als das vom morgen, aber Andy hat genug von alten Steinen…





Erst recht reicht es ihm, als wir die Ruine von Ballycarbery Castle finden (die man von der Ringmauerburg aus sehen kann) und merken, dass hier niemand willkommen ist! Also geht es jetzt auf den Heimweg. Google Maps sagt 2 Stunden für 95 km.

Jetzt geht’s richtig los mit schmalen und sehr holprigen Strassen (oder eher Pisten). Wir fahren quer durchs menschenleere Innere der Inveragh Halbinsel. Es ist schön hier aber sehr anstrengend zum Fahren.












Drei Pässe sind auf unserem Weg: Ballaghisheen Pass (Bealach Óisín), Ballaghbeana Gap (Bealach Beime) und am Schluss auf Beara noch eine für uns neue Route des Healy Passes (Bealach Scairte) im Caha Gebirge.



72 der 93 km waren so kurvig, wie ich das noch nie erlebt habe🫣 und ich bin sonst die ganze Zeit rechts vorne am Fenster gehangen, um Andy vor entgegenkommenden Fahrzeugen zu warnen.

Endlich im Camping angekommen, gibts noch ein leckeres Znacht!
Entdecke mehr von Sue und Andy - on the road
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

die Klippen sind grossartig! Da habt ihr einen reichhaltigen Tag gehabt 😉
LikeGefällt 1 Person
Das stimmt!!! Ein voller Tag, aber wenn ich deine/eure neueste Sand-Tour anschaue, war unsere Rückfahrt nichts dagegen…
LikeGefällt 1 Person