Wir starten sehr gemütlich in den Tag, der wettermässig aber nicht viel verspricht, ausser aufkommender Regen.

Mit Umwegen finden wir den Derryclare Lough und dann auch den View Point für die Insel mit den 12 Pinien. Die Bens (so heissen Berge in Schottland und Irland) dahinter sind leider im Nebel verschwunden.
Wegen des Nieselregens verzichten wir auch schweren Herzens auf die Wanderung mit 411 Höhenmetern auf den Diamond Hill. So schade😉


Wir fahren nach Clifden, wo wir in einem der zahlreichen guten Seafood Restaurants Mittagessen möchten. Daraus wird aber nichts, denn Clifden ist total überfüllt und wir stecken da nur eine halbe Stunde im Stau! Es ist Markt (alles mögliche für den Haushalt, aber auch Schafe und Kühe) und Springkonkurrenz gleichzeitig – noch nie im Leben haben wir so viele Pferde-Anhänger auf einmal gesehen.
Also fahren wir weiter, machen auf einem grossen WAW-Parkplatz kurz darauf selber ein paar Sandwiches und holen beim Foodtruck um die Ecke Cappuccino und total leckere Cookies.

Weiter geht’s auf dem WAW North auf die Sky-Road von Clifden. Diese Bergstrasse wäre sicher wahnsinnig schön ohne den Nebel und den Regen. Leider sieht man heute einfach gar nichts. Ich spüre aber, dass es neben mir direkt vertikal hinunter zum Meer geht. Beim Aussichtspunkt wechselt mich Andy am Steuer wieder ab, zum Glück 🫣😅


Wir fahren und fahren durch Regen und Wildnis und schliesslich halten wir auf einem Parkplatz mit einer kleinen Hecke als Sichtschutz zur Strasse (N 59 in der Nähe von Moray) an für die Nacht.

Draussen regieren die Midges, deshalb nimmt Andy zum Rauchen das ultimative Abwehrsystem hervor.
Ich bleibe drinnen, montiere die Festbeleuchtung und koche Linsen mit Zwiebeln und Wienerli, nachher gibt es noch Netflix zur Abendunterhaltung.



Mit der Pensionierung ist der Termindruck am Ende unserer Reisen verschwunden. Jetzt sind wir schon mehr als 4 Wochen in diesem Bus gemeinsam unterwegs, das sind einige Tage länger als jemals zuvor. Wichtigste Erkenntnis dazu:
Das Reisen im kleinen Campervan ist kein Beziehungskiller! Im Gegenteil ❤️ Es ist schön zu zweit so unterwegs zu sein.
Das Miteinander auf sehr engem Raum, eigentlich ohne jegliche Privatsphäre, klappt bestens. Auch wenn wir den ganzen Tag das Gleiche erleben, fehlen uns nicht die Gesprächsthemen. Wir sehen, lesen und hören ja unterschiedliches, wir nehmen Erlebtes verschieden wahr. Wir lassen uns gegenseitig viel Zeit für das, was im Bus drin gemacht wird und wir sind oft draussen. Es braucht Rücksichtnahme und Toleranz, aber das kriegen wir ganz gut hin.

Irland und diese Reise ist mehr oder weniger so, wie wir es uns vorgestellt haben. Da der Blog-Beitrag vom heutigen Regentag schon sehr kurz daherkommt, haben wir uns noch ein paar allgemeine Gedanken zum Reisen im Bus und zu Irland gemacht.
- Wir sind selbstsicher unterwegs in Sachen was tun wenn… (Abfall, Vorräte im Griff haben, Diesel und AddBlue, Internet, parkieren, einkaufen, etwas fragen etc. ) 👍
- Campingplätze sind nicht unser Ding, waren aber wegen Hochsaison im Süden nötig. Wir stehen lieber abseits, wenn möglich…🤫
- Stellplatz suchen braucht Zeit, aber ist für uns besser als Campingplätze im Voraus zu organisieren. Wir sind flexibler und entspannter unterwegs ohne Reservierungen…☺️
- In Irland ist Vorwärtskommen beim Reisen sinnvoller als von einem Ort aus sternförmig unterwegs zu sein – weil die Strassen sooo schlecht sind und man mit der Variante „Sternförmig“ viel Zeit verplempert.🥱
- Wir sind für die Variante „Vorwärts“ auch schnell genug beim Auf- und Abbauen… – wenn wir wollen 😉
- Das Reisen und die vielen Eindrücke sind bereichernd und anstrengend. Wir brauchen genug Pausen und schlafen viel und besser als vorher😴
- Alltag im Camper braucht Zeit, aber es gelingt uns (wie früher auch schon) geduldig zu sein mit einander und mit dem Alltag 😉
- Nördlich von Galway hat es weniger Leute und die Landschaft ist offener, weiter und gefällt uns besser. Erinnert an Schottland, nur farbiger. Dafür hat es hier Midges und die mögen mich leider ziemlich gern. Zyrtec ist wieder mein ständiger Begleiter 😩
- Strassen? Furchtbar! Nicht wegen einspurig und kurvig , sondern wegen den Schlaglöchern, Bumps, Mulden, weil sie seitlich abfallen und unübersichtlich sind, wegen der Blind Summits und den plötzlichen Wechseln dieser Zustände, von einer Sekunde auf die nächsten 🫣
- Die Leute sind sehr nett, wollen oft zuerst nur kurz reden (uns abchecken), dann aber kommt man schnell in ein richtiges Gespräch und sie sind sehr offen, freundlich und hilfsbereit 😄
- Die Häuser sind bunt, nicht nur in ausgewählten Touristenorten, sondern fast überall. Das gefällt uns sehr. Allerdings wirken viele Bauten auch ärmlich, manchmal ungepflegt und es hat viele zerfallene Ruinen der alten Steinhütten von früher. Das sieht allerdings auch ganz malerisch aus…😬
- Die grüne Insel ist auch eine bunte Pflanzenwelt. Die Wiesen und Strassenränder sind voll mit Fuchsien, Monbretien, Blutweiderich, Knöterich, Erika, Glockenblumen, Disteln, Ginster, Jakobs-Greiskraut (ein ungeliebter Neophyt), Margeriten und vielen verschiedenen Farnen – in den Gärten dominieren Rhododendron in allen Schattierungen von weiss, rosa bis lila und blau. Die Flora Irlands ist wunderschön 🤩
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