Donegal Castle bis Slieve League Cliffs

Wir starten Richtung Slieve League Cliffs und besichtigen unterwegs, in Donegal, das herzig und ansprechend restaurierte, kleine Schloss.

Hübsche Modelle veranschaulichen den Ausbau und das Leben in der mittelalterlichen Burg. Die Statue des Gründers der Stadt (Red Hugh O’Donnell, 1474) erinnert mich an die Chessmen-Skulpturen auf Lewis (Hebriden).

Danach fahren wir auf die St. Johns Landzunge hinaus, einfach nur für ein paar Fotos von Mc Swyne’s Castle aus dem 15. Jahrhundert. Eine Stunde lang regnet es nämlich nicht, aber natürlich kommen die Tropfen wieder, sobald ich dort aus dem Auto steige.

Die für Donnerstag gebuchte Bootstour unterhalb der Slieve League Cliffs wird per sms wegen Sturm abgesagt. Es ist auch wirklich grauslig schlimmes Wetter, im ganzen Nordwesten der grünen Insel, und immer noch extrem windig mit sehr starken Böen.

Wir halten trotzdem in Killybegs an und bestaunen den grossen Hafen. Während wir beim Seafood Shack essen bestellen, werden wir von einer Sintflut überrascht. Sogar die Einheimischen finden den Regen krass. Wir werden pflotschnass bis wir zurück im Auto sind.

Die Fische und Calamares (natürlich mit Chips) sind zwar fein, aber langsam hängt uns das ewige frittierte Zeug zum Hals raus und Andy verträgt es auch gar nicht gut. Von jetzt an wird wieder mehr selber gekocht, das ist besser und gesünder👍

Auf der Küstenstrasse unterwegs zum Sliabh Liag Campingplatz mache ich vorsichtshalber ein Foto von der Rückseite der Cliffs. Wir haben reserviert, weil wir die höchsten Klippen Irlands (601m) unbedingt sehen wollen – aber ob Petrus das erlaubt, da bin ich mir noch nicht so sicher.

Das Camping ist fast leer und Andy baut den Regen-sicheren Unterstand auf.

Zwei Stunden später bauen wir alles wieder ab. Der Wind und vor allem die Böen (bis 70 kmh) sind zu stark. Wir wollen nicht riskieren, dass uns die Markise noch um die Ohren fliegt!

Dieses Video ist von einer Regenpause!

Die Nacht und auch der nächste Vormittag sind nochmals richtig stürmisch! Dafür sind der Sand und die Spuren des Salzwassers von unserem Coney-Island-Abenteuer zum allergrössten Teil weggeputzt!

Langsam benötige ich neuen Wortschatz fürs Rütteln und Schütteln unseres Fahrzeugs…

Unser Zuhause auf Rädern schwankt und wackelt heftig, der Zeltstoff zittert und flattert wie wild, es rumpelt und lärmt, der Regen trommelt aufs Dach und peitscht die Seiten… – könnt ihr es euch vorstellen?

Wir verbringen den Tag gemütlich mit lesen, schreiben, duschen, Büro, kochen, Klavier spielen und hoffen, dass es morgen besser wird. Eine Nacht haben wir verlängert, denn der Platz ist angenehm leer, die Duschen sind super und ein bisschen Pause schadet uns auch nicht 😊

Das Gas mussten wir wechseln! Wir haben viel Kaffee getrunken und viel gekocht.

A propos Kochen: Meine Devise ist es, in der kleinen Camperküche immer das Beste aus dem mangelnden Platz und dem minimalen Equipment zu machen.

Ich habe 2 Pfannen aus Chromstahl: Eine mittelgrosse und eine kleine. Und die dritte ist unsere neueste Küchen-Errungenschaft und wirklich super! Es ist eine eckige Bratpfanne aus Gusseisen, bei der man den Griff abnehmen kann.

Salat serviere ich gerne in der grossen Pfanne, denn eine Plastikschüssel nachher mit Hand-Abwasch fettfrei hinzukriegen ist viel schwieriger als die Chromstahlpfanne sauber abzuwaschen.

Die beiden kleineren Pfannen bringe ich nur bedingt gleichzeitig auf dem Mini-Zweiflammen-Kochherd, also zuerst anbraten, dann Reis kochen und zuletzt die Bratpfanne als Deckel verwenden, damit alles wieder schön heiss ist.

Poulet-Geschnetzeltes mit Champignons,
Reis und Baby-Leaf-Salat

Der Freitag beginnt regnerisch (die Nacht war jedoch nicht ganz so schlimm wie gestern). Aber gegen Mittag klart es auf. Wir machen uns parat für die Tour zu den Sliabh Liag Cliffs.

Der Shuttlebus bringt uns ganz hoch zum Viewpoint (300 m über Meer). Unterwegs regnet es, doch als wir ankommen, ist es wieder trocken.

Der witzige Driver erzählt, dass ein 5 Millionen teures EU-Subventionsprogramm das hoch-technologische Traffic-Leitsystem finanziert hat: George verschiebt die Pylone, damit der Bus hochfahren kann😉🤭

Der Gipfel der Klippen (601 m über Meer, roter Pfeil) liegt leider im Nebel, aber die Aussicht ist trotzdem eindrücklich und die Dimensionen sind gut vorstellbar.

Die Cliffs selber kann man besteigen. Die Wanderung dauert etwa 3 Stunden und führt über den One-Man-Path (blauer Pfeil). Der Weg heisst so, weil er genau eine Person breit ist und links wie rechts geht es runter. Ums Himmels Willen 🫣

Aber ein bisschen hochlaufen wollen wir schon noch! Der Pfad ist zu Beginn gut ausgebaut, da trau ich mich noch. Doch mit dem starken Wind wird es mir bald zu ungemütlich… wir drehen um.

Wir nehmen bei sehr wechselhafter Witterung den Weg zum unteren Parkplatz.

Wir entdecken ein EIRE Zeichen aus dem 2. Weltkrieg.

Unterwegs hat es zwei steinerne Eier-Skulpturen. Beim unteren erhält man eine spezielle Sicht aufs Meer. Das obere erzählt eine Story über ein Mädchen, das von den Feen in den Berg gelockt wurde und nie mehr vom Kühe hüten zurückkam.

Und dann gibt’s da noch das kleine Bächlein

… das als Wasserfall bergauf geblasen wird.

Wir sind froh, dass wir es doch noch (bei einigermassen anständigen Verhältnissen) geschafft haben, diese beeindruckenden Klippen zu sehen!


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