Zum Glück bin ich schon früh, kurz nach 9 Uhr, zum Schloss gegangen. Ein irgendwie kränklich wirkender Fasan hat mich auf dem Weg noch ein Stück begleitet.

Dunnottar Castle ist nur 400m von unserem Übernachtungsplatz entfernt. Man sieht aber erst kurz vor dem Eingangstor ein kleines bisschen was davon.


Weiter vorne gibt’s dann eine schöne Sicht auf die Burg und schottische Wolken…

… und dann erstmal 188 Treppenstufen runter.




Der Fels, auf dem die Burg „hockt“, geht fast bis runter zum Meer. Schon mal eine ganz gute Verteidigungsgrundlage.


Und die Klippen sind auch ziemlich hoch.

Links ein geheimnisvolles, kleines Tor, noch ganz unten, bevor man überhaupt zum Eingang kommt.


Von nun an geht es ständig rauf und runter, bis man alle Gebäude gesehen hat, sind das noch viele Dutzend Stufen mehr. Aber es lohnt sich total!!!







Im „Keep“ (dem Hauptturm / Tower House aus dem 14. Jahrhundert) wurden während der vielen Kriege Mitte des 17. Jahrhunderts auch die schottischen Kronjuwelen plus Zepter und Schwert aufbewahrt, denn Dunnottar war im Kampf gegen die Engländer (unter Oliver Cromwell) der damals sicherste Ort dafür. Heute sind sie in Edinburgh Castle zu besichtigen.

Dunnottar Castle ist riesig und viele Mauern sind erstaunlich gut erhalten. Oft kann man Keller, Parterre und ersten Stock besichtigen.






Die Schmiede und die Stallungen:



Die Kapelle und ein trauriges kleines Grab von 1685:






Die Zisterne ist richtig gross, wie ein kleiner Pool. Dahinter links sind Wohnungen der besser gestellten Diener und im 1. Stock wäre der Ballsaal (West Range), dort gibt’s aber den Zwischenboden aus Holz nicht mehr. Dächer gibt es sowieso fast nirgends, auch nicht in anderen Ruinen. Oft wurden sie auch absichtlich entfernt, entweder um die Gebäude unbenutzbar zu machen oder um das Material anderswo wieder zu verwenden.



Rechts hinter der Zisterne liegen die Gemächer der Besitzerfamilie. Man kann sich vorstellen, dass die für 16./17. Jahrhundert richtig luxuriös waren, mit toller Aussicht aufs Meer und sogar Balkon.







Im Parterre und Keller des gleichen Gebäudes sind Küche, Bäckerei, Brauerei und Vorratsräume untergebracht.






Ganz unten im Keller liegt ein Verlies mit einer sehr grausamen Geschichte.


Ein einziger Saal in der ganzen Anlage wurde „modern“ restauriert. Ursprünglich war es der Drawing Room – und heute habe ich gelernt, dass das nichts mit zeichnen zu tun hat, sondern dass es dabei um „withdrawing“ geht = sich zurückziehen!



Hier noch eine Art Gästehaus, heute ein schönes Gärtlein:



Und noch ein paar letzte schöne Bilder:








Schon immer steht ich dieses Schloss auf meiner Besichtigungs-Wunschliste! Mir gefällt es ausserordentlich gut – meine Erwartungen werden also nicht enttäuscht!
Das Wetter wird auch immer besser und die Touristen werden immer mehr.

Am Anfang war ich mit etwa 20 Leuten hier, aber jetzt kommen sie Car-weise! Ich mache mich auf den Rückweg. So sieht die lange Treppe gegen 11 Uhr aus: Viel Gegenverkehr!



Am Schluss noch der Versuch eines zufriedenen Selfies…
Hinter dem Bus raucht es immer noch, als wir losfahren über Elgin bis Nairn. Dort finden wir nach längerer Suche (es ist Samstag und am Meer ist alles voll) ein hübsches Camping mit sehr viel Platz mitten im nirgendwo Hinterland. Sehr friedlich und günstig auch noch. Normalerweise zahlen wir auch jetzt noch (nicht mehr Hochsaison) 35-45£ auf Zeltplätzen und Stellplätze sind durchschnittlich 10-20£, das hier kostet mit allem drum und dran nur 25£.


Gegen Abend regnet es ein paar Stunden lang, stört aber nicht: Wir verbringen einen friedlichen Abend drinnen, wieder mal mit Netflix, und haben eine gute Nacht.

Am nächsten Morgen ist es zwar kalt (5 Grad) aber wolkenlos. Wir machen Sandwiches und Tee zum mitnehmen und fahren zum Chanonry Point bei Inverness am Firth of Moray. Dort werden 1-2 Stunden nach Ebbe regelmässig Delfine gesichtet.




Wir sind genau zur richtigen Zeit da und harren in der Kälte so lange wie möglich aus. Es ist schön hier und sehr friedlich. Viele Leute warten, wie wir, mit Feldstecher bewaffnet und beobachten sehr aufmerksam das Meer.
Wir sehen sehr viele Vögel und entdecken einige sehr entspannte, schwimmende Seelöwen. Die Seals kommen auch ziemlich nahe und mit dem guten Feldstecher kann man sie sehr genau anschauen. Herzig!!!

Delfine sehen wir keine (haben wir noch nie, obwohl wir das in Dänemark, Irland und Schottland schon viele Male versucht haben). Es war trotzdem schön 😊
Zurück beim Parkplatz finden wir eine „Warnung“ am Auto. Obwohl wir mit unseren 5.50m x 2.20m (mit Kiste und Seitenspiegeln) problemlos in das PW-Parkfeld passen: Weil der VW T6 aussieht wie ein Camper, ist für uns parkieren hier nicht erlaubt und kann eine Busse von 100 (!) £ kosten, wenn die Polizei kommt.


Ich gebe zu: Ich lese die Warnung zuerst gar nicht richtig. Rege mich nur auf, weil ich eine Busse nicht gerechtfertigt finde und sie so teuer ist.
Ich habe das Auto des Highland Councils gesehen und mache mich deshalb schnurstracks auf die Suche nach der zuständigen Person. Sie findet mich!
Eine ganz nette junge Frau, die mir begreiflich macht, dass sie diese Warnung nur bei uns hingeklebt hat, damit wir eben keine Busse bekommen. Wir müssten gar nichts zahlen, aber aufpassen, vor allem auf dem NC500, denn die meisten Rangers seien da gar nicht zimperlich. Sie aber finde es wichtig, die Camper zu informieren, was erlaubt ist und gern gesehen werde in Sachen „Van-Reisen“ – und was eben nicht. Sie gibt mir eine entsprechende Broschüre und wir plaudern noch eine Weile über Trocken-Trenn-Toiletten, „buy local“, „leave no trace“ und respektvolles Verhalten ganz allgemein.
Ich verstehe den Ansatz: In den letzten Jahren hat der Anteil an Campern und Wohnmobilen wirklich extrem zugenommen und nicht alle verhalten sich respektvoll! Grad in Schottland und besonders auf dem NC500 sind Camper fast zur Plage geworden (und hier sind wir ja genau am Anfang dieser beliebten Scenic Road).




Ich verabschiede mich und wir fahren zurück, nochmals zum gleichen Campingplatz, und lassen den Tag entspannt ausklingen: Duschen, Brot backen, weitere Pläne besprechen…



Hier unsere Route von heute…

… und Pläne sind jetzt mal gemacht, wenigstens für die nächsten paar Tage: Es geht von hier aus morgen Richtung Süden – wir haben die Wettervorhersage studiert und uns gegen Schwimmhäute entschieden 😂
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