Keine Geiss schleckt‘s weg: Unsere Ferien gehen dem Ende zu und wir müssen nach Norden!

Drei Autostunden bis nach Andrià – dort hat der Stauferkaiser Friedrich II im 13. Jahrhundert eine 8-eckige Burg erbauen lassen, die man schon von weitem sieht. Sie liegt auf einer Hochebene im Hinterland von Bari und der Ausblick über das weite Land bis hin zum Meer ist fantastisch.



Es gibt keine Zufahrt zum Castel del Monte. Doch nach der langen Autofahrt tut uns der Spaziergang durch den schönen Wald ganz gut!

Die Burg ist total mathematisch oktogonal aufgebaut: 8 Türme, 8 Säle im Parterre und 8 Säle im ersten Stock, der Innenhof ist achteckig…







Einige Säle haben eine Feuerstelle, andere ein „WC“ – aber Küchen, Schlafräume, Ställe, Räume für Dienstboten oder Vorräte etc. fehlen total und man hat auch keinerlei Pläne oder Spuren davon gefunden. Seltsam!



Ich lese nach: Friedrich II war scheinbar eine sehr rätselhafte und faszinierende Persönlichkeit. Ganz sicher aber war er sehr gebildet und hatte ein grosses Flair für Zahlen. Aber warum er die Burg so total im Zeichen der 8 erbauen liess und zu welchem Zweck überhaupt, ist völlig unklar. Es fehlen auch jeglicher Pomp und Prunk, die Burg ist leer.

Uns gefällt sie sehr gut, die spezielle Architektur und auch die schönen Materialien (Marmor, Mauerwerk in verschiedenen Ausführungen, Mosaikartige Verzierungen und Bildhauerei) lohnen sich unbedingt anzuschauen!




Zurück beim Parkplatz schmieren wir uns ein paar Sandwiches und machen uns auf den zweiten Teil der heute geplanten Strecke. Wir fahren nochmals fast 3 Stunden zur Halbinsel Gargano, wo wir in der Altstadt von Vieste ein Zimmer für zwei Nächte reserviert haben.

Die Fahrt durch die einsame Hochebene (Murge) ist zuerst sehr rumpelig, der schlechte Strassenzustand, die unglaublich vielen Schlaglöcher (in ganz Italien!!!) erstaunen uns immer wieder.
Aber die Gegend ist reizvoll: Magerwiesen mit vielen Blumen, Sträuchern und Hecken, viele verschiedene Bäume und überall diese hübschen Trockenmauern.

Die Temperaturen kratzen an der Hitzegrenze mit 29,5 Grad. Plötzlich meldet der Bus, wir sollen den Reifendruck prüfen. Kein Grund zur Panik: Der Bus ist ja bestens ausgerüstet mit Kompressor und Andy weiss, wie man das macht und findet alle notwendigen Werkzeuge auf Anhieb.

Der Reifendruck ist tatsächlich zu hoch (wahrscheinlich wegen der Wärme) und Andy lässt an 3 von 4 Pneus ein bisschen Luft ab!


Nach einer kurzen Strecke Autobahn sind wir bald auf der kurvigen, aber sehr gut ausgebauten Küstenstrasse im Sporn des Stiefels: dem Gargano. Eine sehr schöne Fahrt mit tollen Aussichten aufs Meer, auf alte Leuchttürme, Buchten und Steilküsten und den Mischwald im bergigen Naturschutzgebiet.








Wir werden auf dem Parkplatz beim Castello erwartet und bringen den Bus zu einem sicheren Parkplatz, dann werden wir in die autofreie Zone begleitet.




Das grosse, modern eingerichtete Zimmer gleich beim Dom mitten in der Altstadt von Vieste gefällt uns gut.






Nach einer wohltuenden Dusche erkunden wir den Dom (man weiss ja nie, wann der wieder offen ist) und die nähere Umgebung.





Heute wird es nicht spät. Nach einer durchschnittlich guten Pizza und viel people-watching gehen wir bald zurück in unsere Unterkunft. Heute ist 2. Juni, Nationalfeiertag, aber abgesehen davon, dass sehr viele Leute auswärts essen gehen, merkt man wenig davon. Die Läden sind offen, keine Reden, keine Paraden, kein Feuerwerk!





Am nächsten Morgen spazieren wir auf und ab durchs Städtchen und wollen eigentlich bisschen shoppen – es hat aber leider vor allem Touristenzeug und Souvenirläden 🙃










Mir gefallen die engen Gassen mit den vielen Treppen und Toren – ich mag auch dieses mediterrane Ambiente, wenn überall Wäsche flattert im Wind!


Das viele Herumlaufen macht hungrig. Wir essen im „Vicoletto“. Andy bestellt eine Paposcia (ein langes grilliertes Panini aus Pizzateig) und ich kann den Calamari fritti nicht widerstehen. Sie sind super lecker, überhaupt nicht fettig. Mmhhh😋

Das Restaurant wurde uns empfohlen, der Service ist sehr freundlich und das Essen echt gut! Wir reservieren für heute Abend gleich noch mal… und machen eine lange Siesta.





Ja, ich weiss, etwas viel Kulinarisches in diesem Blog, aber davon hat Italien einfach auch jede Menge anzubieten!!! Und für uns gehört fein essen und es so richtig geniessen in den Ferien unbedingt dazu!
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https://www.sirenen-und-heuler.de/castel-del-monte-in-apulien/
Ja, dieses Kastell st etws vom rätselhaftesten, ds ich (nebst den geistesverwandte Pyramiden)schon gesehen abe. EDanke für die tlle Reisebeschreibung und gute Fahrt nordwärts
Koni
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