Rock of Cashel

Die mächtige Burg auf dem Rock of Cashel steht ganz oben auf meiner Liste der must-see-places in Irland.

Sie war der Sitz der Könige von Munster und ist von grosser historischer Bedeutung.

Eine mega Baustelle (totaler Stillstand) verlängert die kurze Fahrt nach Cashel um gefühlt das Doppelte und dort suchen wir dann auch sicher noch mindestens 20 Minuten nach einem Parkplatz, bis wir uns für einen Illegalen entscheiden 😉

Zum Glück haben wir nicht aufgegeben. Mir hat der Besuch dieses weithin sichtbaren Felsens und seiner Ruine nämlich mega gut gefallen!

Zur Geschichte: Im 4. Jahrhundert eroberte der Clan der Eoghanachta, die späteren MacCarthys, den Felsen und baute ihn zum Clansitz aus. Der heilige Patrick machte daraus im 5. Jahrhundert einen Bischofssitz.

977 wurde Brian Boru hier zum König von Munster gekrönt und von 1002 bis 1014 regierte er ganz Irland und war somit der erste irische „High King“ überhaupt. Er starb 1014 im Kampf gegen die Wikinger. Seine Nachkommen, der Clan der O‘Brian, herrschten weiterhin in Cashel.

Die Bauwerke sind auch ohne Dach und Fenster sehr eindrücklich!

Die heute noch erhaltenen Ruinen der Kapelle und Kathedrale stammen aus dem 12. Jahrhundert, der Rundturm ist noch älter (849 oder 1001).

Bis 1749 war die Festung dann meistens in der Hand der anglikanischen Kirche, danach verfiel sie, denn die Dächer wurden absichtlich entfernt.

Es gibt viele Legenden über diesen Ort. Eine sagt, der Teufel habe aus dem 36 km entfernten Berg Devil’s Bit ein Stück herausgebissen, gerade als St.Patrick auftauchte. Um sich nicht zu verschlucken, spuckte er den Bissen aus und dieser landete mitten in der grünen Ebene von Tipperary. So sei der 65m hohe Rock of Cashel entstanden.

Eine andere Legende besagt , dass St. Patrick im Jahr 432 dort den König Aengus getauft hat und ihm während der Zeremonie aus Versehen mit seinem spitzigen Bischofsstab (dem Bachal Ísu) den Fuss durchbohrte, was dieser über sich ergehen liess, weil er dachte, es gehöre mit zur Zeremonie.

Das Mausoleum der Familie Scully wurde erst 1867 erbaut. Die eckige Säule ist in Wirklichkeit nur der Rest eines 15m hohen Keltenkreuzes, das besonders schön mit religiösen Motiven verziert war. Das Scully-Cross wurde 1976 von einem Blitz getroffen und zerstört. Es gibt hier aber zum Glück noch viele weitere Keltenkreuze.

So viel Geschichte haben Berg und Burg überlebt. Mich machen solche Orte immer sehr demütig…

Da ist unsere Existenz vergleichsweise sowas von winzig…

Wir stoppen auf dem Weg zum Parkplatz bei Granny’s Kitchen und essen Ham&Cheese Toast und hervorragenden Whiskey-Cake im Garten.

Die herzige Wirtin erzählt eine lustige Schokoladen-Geschichte, schenkte uns Tee und erklärt uns noch wie „Hurling“ funktioniert. Dieses County hat gerade die irische Meisterschaft gewonnen und überall hängt deshalb die gelb-blaue Flagge von Tipperary!

Unser Bus steht noch da und wir haben auch keine Busse gekriegt. Zwei Stunden dauert die Fahrt zum nächsten Campingplatz „Sexton‘s“ bei Clonakilty in der Nähe von Kinsale, wo der WAW (Wild Atlantic Way) beginnt. Die längste Küstenstrasse (2500 km) der Welt wollen wir in ein paar Tagen in Angriff nehmen. Vorher ist aber wieder ein Ruhetag nötig.

Wir decken uns im besten Supermarkt des Nachbardorfes mit allem was nötig ist ein und schon bald gibt es Apéro mit Prosecco, Whiskey, Chips und Decke gegen den allgegenwärtigen kalten Sturmwind.


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