Caerlaverock Castle, Dawyck Botanic Garden, Peebles und Melrose Abbey bis nach St. Abbs

Dieser sehr lange, schöne Tag in den Southern Uplands (Dumfries &Galloway und Scottish Borders) beginnt mit dem sooo lohnenswerten Besuch der einzigen dreieckigen Burg Schottlands.

Wir sind zu früh da. Es ist noch gar nicht offen. Also laufen wir zuerst ausserhalb des Wassergrabens einmal ringsum.

Hier treffen wir auf eine sehr gesprächige, nette Lady, die hier arbeitet und uns ganz viel erzählt über Caerlaverock und überhaupt… es macht Spass mit ihr zu plaudern!

Dann zurück zum Shop/Ticket Office, wo wir von dem super kompetenten Herrn eine Geschichtslektion vom besten bekommen. Das ist sowas von spannend und er hat es perfekt erklärt (und witzig!) – sehr cool. Erstmal Frühstück, dann hinein!

Ich halt mich jetzt zurück und erzähle nur, warum die Burg dreieckig ist 😉 aber zuerst noch ein paar Eindrücke von innen.

Gebaut wurde die erste Burg von der reichen und einflussreichen Familie Maxwell um 1220, einige Kilometer näher beim Meer, und dort ist sie wegen dem weichen Untergrund innert 50 Jahren beinahe abgesoffen.

Daraufhin liessen die Maxwells etwas weiter vom Meer entfernt ein grosses Loch für eine zweite Burg ausbuddeln. Es sollte ein Wasserschloss werden, denn wegen der ziemlich volatilen Beziehungen zu den „Nachbarn“ musste es gut zu verteidigen sein.

Ein Felsen kam zum Vorschein, der war aber dreieckig, somit wurde auch die Burg in dieser Form gebaut. Die spezielle Form der Burg ist also nur dem Zufall geschuldet 😉

Insgesamt war die mächtige Händler-Familie Maxwell über 400 Jahre lang von dieser Burg aus die einflussreichste Kraft der Region Dumfries&Galloway. Und sie lebten gut darin, gegen Ende sogar richtig luxuriös!

Die Festung wurde nur 2x eingenommen: 1300 durch den englischen König Edward I mit 3000 Angreifern gegen 60 Verteidiger: Die Belagerung dauerte knapp 2 Tage.

1640 wurde die Burg vom Covenanter Heer (presbyterianisch-schottische Armee, die es nur 9 Jahre gab) nach 13 Wochen Belagerung endgültig besiegt und dermassen zerstört, dass niemand mehr seither drin wohnte…

Die architektonisch und historisch sehr interessante Burg Caerlaverock hat uns ausserordentlich gut gefallen. Nun wollen wir Richtung Ostküste, dort ist das Wetter besser und beständiger.

Also fahren wir lange auf kurvigen (guten!) Strassen durch hügeliges Gebiet mit riesigen Wäldern. Überall sehen wir grosse abgeholzte Flächen – mit der gleichen Hauruck-Methode, die uns auch schon in Irland aufgefallen ist. Es sieht aus als hätte ein Tornado gewütet! Es wird aber auch kräftig aufgeforstet, jedoch immer nur mit Tannen.

Ich recherchiere und stelle fest, dass die Holzwirtschaft in Schottland sehr wichtig ist und etwa 30‘000 Arbeitsplätze stellt.

Hübsch ist es hier trotzdem: Sprudelnde kleine Bäche und Schafe und viel Natur! Wir geniessen unterwegs die tägliche Nachmittagspause an der Sonne.

Wir kommen in Darwyck an. In Schottland gibt es vier royale botanische Gärten, einer davon ist hier.

Der königliche Waldgarten (hier wachsen vor allem spezielle Bäume) ist sehr harmonisch angelegt und wir geniessen den etwa stündigen Spaziergang sehr.

Wir fahren weiter, ich möchte noch die Melrose Abbey besuchen, eines der feinsten Stücke Kirchenarchitektur und Grabstätte des berühmten Robert the Bruce.

In Peebles gibt es einen ungeplanten und längeren Zwischenhalt: Hier finden Highland Games statt – das müssen wir uns unbedingt ansehen 😃😃😃

So cool 😎 Die ganze Stadt ist hier. Es ist ein richtiges Volksfest!

Alle traditionellen Wettkämpfe (sportlich, musikalisch und tänzerisch) finden gleichzeitig statt. Wir müssen schauen was wir wo beobachten wollen.

Pipe-Bands:

Highland-Tanz:

Das Herzstück der Games bilden die „Heavy Events“ und die sind auch am faszinierendsten!

Beim Baumstamm-Werfen (Caber Tossing) muss der 5-6m lange und 40-60 kg schwere Stamm so geworfen werden, dass er sich um 180 Grad dreht und möglichst gerade liegen bleibt (auf 12 o’clock).

Perfekt gelungen oben… und unten sieht man wie schwierig es ist!

Putting the Stone (16 Pfund so weit wie möglich schleudern):

Gewicht hochwerfen:

Der Sieger Angus McInroy schaffte es, den 25kg schweren Metallklotz über die 4,8m hohe Latte zu schleudern!

Wir bleiben etwa 2 Stunden, essen noch einen kleinen Hotdog und fahren dann weiter, denn es wird Abend und wir haben noch Kilometer vor uns.

Wir halten bei der Melrose Abbey. Die ist aber zurzeit wegen Sanierungsarbeiten teilweise gesperrt und weil es schon 18 Uhr ist, als wir dort ankommen, auch schon abgeschlossen.

Ich kann aber durch den Zaun ein paar Fotos machen und man sieht auch so, was für ein prächtiges Bauwerk es ist.

Letzte Etappe für heute (insgesamt waren das 180 km): St. Abbs, wo wir im kleinen und ein bisschen heruntergekommenen Hafen direkt am Wasser übernachten wollen.

Das kleine Seafood-Café hat schon zu. Aber es gibt lecker Salat und gutes Brot zum Abendessen. Wir können das weiche irisch/britische Zeug nämlich nicht mehr sehen, jedoch Aufback-Ciabatta aus dem Omnia sind lecker!

Wir verbringen eine ruhige Nacht hier mit lautem Meeresrauschen 😉

Hier noch die heutige Route:


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