


Es ist immer noch überall Corona, Auslandreisen sind wahrscheinlich möglich, aber wir halten es nicht für sinnvoll… und deshalb machen wir eine Woche Ferien in der Schweiz. Der Bus ist geputzt, gepackt und den Blog hab ich hiermit auch wieder aktiviert.
Wir starten am Samstag mit einem Einkaufsbummel in Aarau auf dem Wochenmarkt und besuchen dann eine gute Freundin im Solothurnischen.

Am Sonntagmorgen wird es allerdings nichts mit losfahren… unser Bus streikt!
Das Manual erklärt, es gäbe ernsthaften Motorenschaden, wenn nicht unverzüglich eine Reparaturwerkstatt aufgesucht werde…
Wir verbringen also noch einen Tag bei unserer netten Gastgeberin und stehen am Montagmorgen früh ziemlich nervös bei der lokalen VW-Garage auf der Matte. Ein äusserst freundlicher und hilfsbereiter Mech flickt den Marderschaden an 2 (!) Kabeln innerhalb weniger als einer halben Stunde. Wir sind so was von erleichtert 🙂 Ferien sind gerettet! Jetzt kann’s los gehen.

Der Wetterbericht sagt: In der Romandie ist es am schönsten. Wir buchen von unterwegs (Whatsapp auf französisch) eine PlaceToBee-Übernachtung auf einem Weingut nähe Morges. Zuerst besuchen wir Montreux und spazieren an der Sonne über die wunderschöne Blumen-Promenade.















Nach dem Besuch im Wasserschloss und einem kleinen Snack in der Chillon-Beiz geht es weiter durchs Lavaux (mit Kaffeepause mitten in den Rebbergen) zu unserm heutigen Übernachtungsplatz: Weingut Château de Colombier, das wir mit PlaceToBee für uns reserviert haben.



Wir werden sehr herzlich empfangen und auf einen herzigen Platz gleich oberhalb der Reben mit Aussicht auf den MontBlanc geführt. Wir dürfen auch den Wein degustieren und kaufen feinen, frischen Pinot gris und Barrique-Rotwein (eine Assemblage aus Gamay, Gamaret und Garanoir-Trauben).



Wir verbringen eine total ruhige Nacht auf dem Hof und erwachen am nächsten Morgen zu vollem Sonnenschein, es ist auch wärmer, die Vögel zwitschern und es ist einfach herrlich friedlich.
Weiter geht’s nach gemütlichem Aufstehen zu der beeindruckenden „Tine de Conflens“. Wir wandern durch märchenhaft anmutende Moos-Wald-Landschaft zu einer Wasserfall-Schlucht, die wirklich sehr magisch wirkt.





Kurzer Snack im Bus und dann nach Morges zum „Fête des tulipes“: 150’000 Tulpen wurden da gepflanzt und das ist schon ein wirklich sehenswerter Anblick.







Jetzt wollen wir langsam los Richtung Wallis. Dort wartet nämlich unser erstes Wohnmobil-Dinner auf uns. Zuerst will uns das Navi über Bern – Lötschberg schicken… dabei sind wir doch am östlichen Ende des Genfersees? Wir merken es und kehren um und fahren durch viele Baustellen via Martigny in den Kanton mit den vielen Sternen im Wappen.
An der Sprachgrenze machen wir kurz Halt, um von der Kirche Varon aus hinunter zu schauen ins Rhone-Delta. Es ist heiss im Wallis, über 21 Grad, Grillen zirpen… Dies ist die einzige Stelle im Wallis, wo die Rhone nicht kanalisiert ist. Man hat auch einen guten Blick auf den Pfynwald. Später gibts noch einen kurzen Foto-Stop am 116m hohen Wasserfall „Pissevache“ 🙂




Danach geht es weiter ins Goms, es hat viel Verkehr, doch wir schaffen es grade noch rechtzeitig nach Grengiols, wo wir in der Grängierstuba unser erstes Wohnmobil-Dinner reserviert haben. Wir werden sehr herzlich empfangen und bedient und es ist mehr als lecker. So lange schon, dass wir „auswärts“ gegessen haben. Wir hatten es wirklich vermisst…






Geschlafen haben wir gratis auf dem Parkplatz, aber nicht so gut, denn es war ziemlich laut… Nicht so tragisch. Wir sind früh losgefahren, hinter Visp nach Raron, und haben uns dort in einem Kaffee ein Zmorge gegönnt. Danach sind wir den steilen Weg zur Burgkirche hochgelaufen, wo Rainer Maria Rilke seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Grillen zirpen, es ist heiss im Wallis. Wieder unten besuchen wir auch noch die eindrückliche Felsenkirche, ein moderner Gebetsraum, in den Fels gehauen und mit malerischer Musik (Tschaikovsky?) erfüllt… auch sehr beeindruckend!








Danach geht’s weiter ins Tessin, in Oberwald verladen wir unsern Bus auf den Autozug nach Realp (Gotthard) und fahren durch die lange Röhre ganz nach Süden in den Malcantone. Wetter ist mässig, es regnet immer wieder unterwegs, aber als wir auf dem kleinen Zeltplatz in Astano ankommen, scheint wieder die Sonne.


Wir sind schnell aufgestellt und nach einer netten Siesta kochen wir Gerstensuppe mit Cervelat und geniessen den Abend in Ruhe. Am nächsten Tag wird nur gefaulenzt, gelesen und geblogt, zum Znacht feine Ravioli-Herzen mit Limetten-Frischkäse-Füllung. Ich backe auch noch einen Zopf im Omnia, vergesse aber die Form einzufetten oder zu bemehlen… das kommt nur beschränkt gut. Alles angebrannt unten, doch oben ist der Zopf ganz fein. Mal schauen ob ich das zuhause wieder sauber kriege irgendwie…


Der Zeltplatz ist zwar nett, etwas hippie-mässig geführt, altmodische aber einigermassen saubere Sanitäranlagen, mitten im Wald schön gelegen (der Kuckuck ruft) – aber es ist uns zu laut, die Sport-begeisterten Nachbarn quatschen dauernd, es hat zu wenig Abstand und zu viele Kinder… Es wird uns klar, dass wir in Zukunft Zeltplätze nützen, um eine Nacht zu verbringen, Strom aufzuladen, Wasser zu tanken, Grauwasser und Abfall und WC-Inhalt zu entsorgen… aber sonst ist das Campingplatz-Ambiente für uns nicht wirklich erbaulich.
Am Freitagmorgen fahren wir nach Morcote, wollten eigentlich den Parco Scherrer besuchen, doch die Lust auf Pizza und das lange Warten bis der Pizza-Ofen angeheizt ist, machen uns einen Strich durch die Rechnung. Wir sitzen am See und die Sonne brennt uns auf den Kopf. Es ist malerisch und gemütlich, nur nach dem Essen ist es schon so spät, dass wir uns direkt auf den Weg Richtung Bündnerland machen.



Über den Lukmanier durch die Surselva direkt ins Prättigau können wir zum ersten Mal seit Herbst wieder hochfahren zu unserem Älpli „Catrüschi“ und beschliessen hier die Ferienwoche mit zwei Tagen an der Sonne und in vollkommener Ruhe.
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